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Fair Childhood auf seinem Weg gegen Kinderarbeit bestätigt

In vielen Ländern der Welt werden Grundrechte missachtet, auch deshalb braucht es eine internationale Gemeinschaft wie die Bildungsinternationale (BI), um auf diese Missstände hinzuweisen und Aktivistinnen und Aktivisten vor Ort zu unterstützen.

27.07.2015 - Marlis Tepe

Am 23. Juli 2015 wurde die Plenumssitzung während des 7. Weltkongresses der Bildungsinternationale (BI) in Ottawa unterbrochen und in acht Foren einzelne Themen vertieft diskutiert. Mugwena Maluleke, Generalsekretär der South African Democratic Teachers Union (SADTU) und Vizepräsident der BI aus der Region Afrika, leitete das Forum „Promoting Rights for all“. Haldis Holst, stellvertretende Generalsekretärin der BI aus Norwegen, benannte Rechte, die immer noch eingefordert werden müssen: das Recht, Gewerkschaften zu gründen, Frauenrechte, die Rechte der Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transgender(LSBT), aber vor allem auch das Recht auf Bildung für alle. Sie forderte die Delegierten dazu auf, die Anträge anzunehmen, nach Hause zu gehen und zu handeln.

Juliet Wajega von der Gewerkschaft UNATU aus Uganda beschrieb den erfolgreichen Weg des „Networking against Childlabour“. Viele Kinder in Uganda arbeiten. Sie benötigen Schulessen und Lernmittelfreiheit. UNATU habe dies zu ihrem Problem gemacht, mobilisiert und 2014 erreicht, dass ein Gesetz gegen Kinderarbeit im Parlament verabschiedet wurde. Nach Erlass des Gesetzes hätten die lokalen Gewerkschaftsvertreter*innen in einem Prozess des Dialogs mit Lehrkräften, Eltern und politisch Verantwortlichen für die Umsetzung mobilisiert, berichtete Wajega.

Maouloud Ben Kattra von der SNEC in Mali erläuterte, dass seine Gewerkschaft in einer Kampagne erst die Lehrkräfte gegen Kinderarbeit sensibilisiert hatte. Zwei von drei Kindern in Mali arbeiten statt in die Schule zu gehen. Dass sie dann ohne die Möglichkeit zur Bildung auch leicht zu Waffen greifen, sei ein großes Problem.  In einem sozialen Dialog mit Gewerkschaften, Gemeinden und Nichtregierungsorganisationen würden alle Ebenen der Politik angesprochen, sich gegen Kinderarbeit zu stellen und Schulbildung zu stärken, verdeutlichte Ben Kattra.

„Unionists never give up!“

Auch die GEW –Stiftung „Fair Childhood“ wählt den Weg, Koalitionen vor Ort zu bilden und alle Verantwortlichen wie Eltern, Arbeitgeber, Älteste, Kommunalpolitiker vom Schulbesuch zu überzeugen. Betroffene Gewerkschaften aus Afrika haben unseren  Weg bestätigt und fordern uns auf, weiterhin einen Beitrag zu „Bildung statt Kinderarbeit“ zu leisten.

Shane Enright von amnesty international (ai), dort zuständig für die Zusammenarbeit mit Gewerkschaften, informierte unter dem Motto „Girls‘ at Risk“ über den Kampf gegen Beschneidung und Frühverheiratung in Burkina Faso. Im Kampf für Frauenrechte in Afghanistan könne ai leider nicht auf die Hilfe von Gewerkschaften setzen, weil es dort noch so gut wie keine gewerkschaftlichen Strukturen gäbe. In Bahrein arbeite ai mit der BI zusammen,  um Gewerkschafter*innen und ihre Rechte zu stützen. Die Kampagne laute: Free Abu Dheeb.

In vielen Wortbeiträgen benannten Kolleginnen und Kollegen Unrechtslagen in ihren Ländern. In einem Punkt waren wir uns alle einig: „Unionists never give up!“

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