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Experte dokumentiert Kinderarbeit in Indien

Millionen Kinder schuften unter unwürdigen Bedingungen für unsere Produkte, etwa für Schmuck, Teppiche und Natursteine. Benjamin Pütter reiste mehr als 80 Mal durch Indien und und prangert die Machenschaften skrupelloser Firmenchefs an.

04.04.2018

Kinderarbeit ist international verboten. Trotzdem schuften Millionen Kinder unter den unwürdigsten Bedingungen für unsere Produkte, etwa für Schmuck, Teppiche und Natursteine. Der Kinderarbeitsexperte Benjamin Pütter reiste mehr als 80 Mal durch Indien, das Land mit den meisten Kinderarbeiterinnen und -arbeitern. Er berichtet von Mädchen und Jungen, die teilweise bereits mit fünf Jahren ganztags arbeiten müssen, prangert die Machenschaften skrupelloser Firmenchefs an und deckt auf, warum auch wir unwissentlich Produkte aus Kinderarbeit kaufen.

„Kinderarbeit liegt vor, wenn eine Person die unter 15 Jahre alt ist, nicht zur Schule gehen darf, weil sie arbeiten muss. Wenn diese Arbeit dann auch noch gesundheitsschädigend und ausbeuterisch ist, dann sind Interventionen von außen dringend angezeigt.“ Dieses Zitat aus dem Buch umschreibt, um was es geht: Menschenrechte sind unteilbar, gerade für Heranwachende. Kinderarbeit darf es nicht mehr geben – stattdessen globales Lernen, Nachhaltigkeit, internationale Gerechtigkeit und Bildung für alle. Befreiungsaktionen von Kindersklaven in Indien brauchen zukunftsorientierte Perspektiven, wie sie in Rehabilitationszentren und Schulen angeboten werden, die von der Stiftung Fair Childhood unterstützt werden. Das Buch ist engagiert, authentisch, zuspitzend und kultursensibel geschrieben und macht deutlich: Niemand kann sich wegducken, wenn globale Ausbeutung lokal begreifbar wird.

Pütter, Benjamin (mit Dietmar Böhm): „Kleine Hände – großer Profit. Kinderarbeit – Welches ungeahnte Leid sich in unserer Warenwelt verbirgt“. München: Wilhelm Heyne Verlag 2017, 222 S., ISBN 978-3-453-60440-7, EUR 12,99.

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