GEW - Die Bildungsgewerkschaft
Sie sind hier:

E&W 7-8/2018: Stiefkind Weiterbildung

03.07.2018

Die Bundesregierung hat angekündigt, die berufliche Weiterbildung zu stärken - ohne zu sagen, wie genau und mit wie viel Geld. Die Gewerkschaften fordern ein Bundesweiterbildungsgesetz und haben dazu sechs konkrete Vorschläge gemacht.

In der Weiterbildung gibt es aktuellen Studien zufolge rund 1,3 Millionen Beschäftigungsverhältnisse mit lehrenden, planenden und beratenden Aufgaben. Leider bedeutet dies nicht, dass das Weiterbildungspersonal gut sichtbar ist. Wer in der Weiterbildung arbeitet, bekommt häufig wenig Geld, kaum Rente und muss mit viel Unsicherheit leben; helfen würde ein Bundesweiterbildungsgesetz. GEW, IG Metall und ver.di gehen dazu mit sechs konkreten Vorschlägen für ein Bundesgesetz in die Offensive. Die Bundesregierung will die berufliche Weiterbildung stärken - unklar bleibt indes, welche finanziellen Anreize gewährt werden sollen.

Auch die meisten Sprachlehrkräfte sind prekär beschäftigt, auf Honorarbasis, ohne arbeitsrechtlichen Schutz und mit unzureichender sozialer Sicherung. Seit 2015 berät die GEW in Bayern, Hessen und Baden-Württemberg Selbstständige an einer Hotline. Bildungsforscherinnen am Deutschen Institut für Erwachsenenbildung (DIE) in Bonn haben derweil ein Kompetenzmodell entwickelt. Es soll fachliche und didaktische Fähigkeiten abbilden – und so auch die Bewerbung erleichtern. Stiefkind bleiben indes die Volkshochschulen, wo es nur sechs Prozent Festangestellte gibt: Diese Zahl macht deutlich, welch geringe Wertschätzung die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den 900 Volkshochschulen bundesweit erfahren.

Weitere Themen in der Juli-/Augustausgabe der „E&W“:

 

Zurück