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E&W 4/2018: Politische Bildung... rein in den Dialog

„Politische Bildung ist für die Demokratie eine Überlebensfrage“, sagt der TV-Journalist Georg Restle über das Schwerpunktthema der E&W im April. „Die Schulen sind hier gefordert und die Politik sowieso.“

03.04.2018

Anschläge auf Flüchtlingsheime, antisemitische Attacken und Rechtspopulismus: Schulen sollen mit Demokratieerziehung gegenhalten. Doch welche Konzepte für politische Bildung gibt es? „Demokratieerziehung muss sich wie ein roter Faden durch alle Fächer ziehen“, sagt der Präsident der Kultusministerkonferenz (KMK), Thüringens Bildungsminister Helmut Holter (Linke). Der Didaktik-Professor Wolfgang Sander beklagt derweil strukturelle Defizite in der politischen Bildung in der Schule: Das Fach werde in den Bundesländern höchst unterschiedlich behandelt. Im Politikunterricht am hessischen Überwald-Gymnasium lernen Achtklässler beispielsweise die Zusammenhänge von globalen Problemen und lokalem Handeln kennen. „Politische Bildung ist für die Demokratie eine Überlebensfrage“, sagt der TV-Journalist Georg Restle. „Die Schulen sind hier gefordert und die Politik sowieso.“ Die „E&W“ stellte in einem exklusiven Video zudem Youtuber Mirko „MrWissen2go“ Drotschmann fünf Fragen zur politischen Bildung in den sozialen Netzen. Als Brandlöscher ist auch die politische Erwachsenenbildung gefragt: Kann sie das schaffen? Das Projekt „Gut beraten?! Mit Konzept“ etwa bildet Gewerkschaftsmitglieder zu Demokratieberatern aus.

Die Länderserie zum Lehrkräftemangel blickt in diesem Heft nach Schleswig-Holstein: Dort fehlt an Grundschulen und beruflichen Schulen auf dem Land immer mehr pädagogisches Personal. An Bremer Grundschulen ist ein Arbeitsalltag jenseits der Belastungsgrenze Realität für viele Lehrkräfte. Das gefährde die Gesundheit der Beschäftigten, warnen das Institut für interdisziplinäre Schulforschung und der Grundschulverband. Familienfreundlicher muss unterdessen der Vorbereitungsdienst werden. Auch das in einigen Bundesländern eingeführte Teilzeitreferendariat löst die Probleme nicht. Viele junge Flüchtlinge werden an sogenannten segregierten Schulen unterrichtet, deren Schülerschaft mehrheitlich Migrationshintergrund hat und aus sozial benachteiligten Familien stammt – eine Sackgasse für die jungen Menschen?

Der neuen Bildungsministerin Anja Karliczek (CDU) hat die GEW Zusammenarbeit und Expertise angeboten. Die Ministerin sollte „die GEW als Vertretung der im Bildungsbereich Beschäftigten unbedingt einbeziehen“, sagt Vorsitzende Marlis Tepe. Kinder mit Autismus-Spektrum-Störung fallen derweil bei der Wahl der Schule oft durch alle Raster. Viele Pädagoginnen und Pädagogen kennen sich mit dem Krankheitsbild nicht aus oder die Ressourcen stimmen nicht, um die Kinder optimal zu fördern. Darüber hinaus sprach die „E&W“ mit der Politikwissenschaftlerin Sandra Hammamy, die bei der Nichtregierungsorganisation Sea-Watch Flüchtlingen in Seenot hilft. Und an rund 60 britischen Hochschulen gingen unterdessen Professorinnen und Professoren sowie Beschäftigte auf die Straße, um gegen die geplante Rentenreform des Universitätsverbands Universities UK zu demonstrieren.

Außerdem in eigener Sache: Die GEW hat mehrere Projekte gestartet, in denen Historiker die Geschichte der Gewerkschaft aufarbeiten. Einer der Themenkomplexe, die erforscht werden sollen, beschäftigt sich mit der GEW, ihren Vorläuferorganisationen und der NS-Zeit.

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