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E&W 1/2018: Ganztag

Etwa ein Drittel aller Kinder und Jugendlichen in Deutschland nutzt Ganztagsangebote. Die Bildungsforschung hat bislang allerdings kaum einen Hinweis auf eine allgemeine Lernwirksamkeit des Ganztags gefunden.

04.01.2018

Ein Bundesländervergleich der gebundenen Ganztagsschulen zeigt: Bei der zusätzlichen Zeit, die Schülerinnen und Schüler in der Schule verbringen, gibt es ebenso wie beim Personal große Unterschiede. Offenkundig herrschen auch unterschiedliche Vorstellungen, warum Ganztagsschulen notwendig seien, und was diese zu guten Schulen mache. Wenn die Personaldecke auf Kante genäht ist und die Räume knapp sind, stoßen gebundene Ganztagsschulen im Alltag an ihre Grenzen, wie beim Besuch in einer Integrierten Gesamtschule in Niedersachsen deutlich wird. Alle drei Jahre gibt auch die Studie zur Entwicklung von Ganztagsschulen Einblicke in den Ist-Stand. Die jüngsten Ergebnisse zeigen: Mehr Einsatz in der Schul- und Unterrichtsentwicklung wäre gut.

Die Ganztagsschule bringt derweil neue Formen der Arbeitsbelastung mit sich, von denen Lehrkräfte sowie Erzieherinnen und Erzieher unterschiedlich betroffen sind: An rhythmisierten Modellen mangelt es. Unterschiedliche Arbeitszeiten erschweren auch die Kooperation von Lehrkräften und Schulsozialarbeit: Lehrerinnen und Lehrer können erst nach dem Unterricht, wenn die Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter schon fast Feierabend haben. Die Hamburger Grund- und Stadtteilschule Alter Teichweg wird von 1.300 Schülerinnen und Schülern aus 40 Ländern besucht. 145 Lehrkräfte, 15 Sonderpädagogen, 9 Erzieherinnen und 7 Sozialpädagogen arbeiten im Ganztagsbetrieb - die „E&W“ hat mit Leiter Björn Lenwenus darüber gesprochen.

Um den Fachkräftemangel zu bekämpfen, setzt der Berliner Senat auf Quereinstieg, wirbt Lehrkräfte aus dem Ausland an, erhöht die Klassenfrequenzen. Doch immer noch bilde das Land zu wenige Pädagoginnen und Pädagogen aus, kritisiert die Landes-GEW. Für Baumaßnahmen an Schulen müssen unterdessen bundesweit fast 33 Milliarden Euro investiert werden, Kitas und Sportstätten nicht mitgerechnet. Finanzexperte Henrik Scheller erläutert, welche Folgen der Sanierungsstau hat. Seit 2016 hat die GEW unter dem Stichwort A13 für alle derweil Bewegung in die Gleichbehandlung der Lehrämter gebracht. Nach ersten Erfolgen heißt es nun: am Ball bleiben

Deutschland bekämpfe keine Fluchtursachen, sondern rüste die Genzen afrikanischer Transitländer auf, kritisiert der Menschenrechtsexperte Thomas Gebauer in einem Interview, mit dem die „E&W“ die Serie „Willkommen in Deutschland“ beendet. Im wetsafrikanischen Mali trägt die Lehrkräftegewerkschaft SNEC derweil seit drei Jahren dazu bei, dass mehr Jungen und Mädchen die Schule besuchen. Die GEW-Stiftung fair childhood – Bildung statt Kinderarbeit fördert das Projekt.

2,9 Millionen Menschen in Deutschland sind 2015 laut Pflegestatistik pflegebedürftig gewesen. 2,08 Millionen von ihnen, das sind 73 Prozent, werden zu Hause versorgt. Selbst pflegen, aber wie? Die Januarausgabe der „E&W“ gibt Tipps. Die Politik müsse Rahmenbedingungen schaffen, damit die Pflege zu Hause gelingen könne, fordert GEW-Vorstandsmitglied Frauke Gützkow. Oft kommt es völlig unerwartet: Eltern, Partnerin, Partner oder andere Angehörige werden pflegebedürftig. Die Dialog-Redaktion wirft einen Blick in den Alltag eines Mannes, der sich für die Pflege seiner Frau entschieden hat.

 

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