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Evaluation der leistungsorientierten Bezahlung

Das Kernergebnis der Evaluation der Leistungsbezahlung im Goethe-Institut ist eindeutig: 70 Prozent, sowohl der Mitarbeiter als auch der Führungskräfte, würden leistungsorientierte Bezahlung abschaffen – wenn sie denn darüber zu entscheiden hätten.

09.11.2009

Die Zukunft der leistungsorientierten Bezahlung wird allerdings in erster Linie nicht im Goethe-Institut entschieden, weder auf Vorstands- noch auf Mitarbeiterseite! Der § 18 des TVöD, in dem die Leistungsbezahlung geregelt ist, wird bei der Tarifrunde für den Bund und die Kommunen, die ab Januar 2010 startet, auf dem Prüfstand stehen. Leider ist nicht damit zu rechnen, dass es gelingt, die leistungsorientierte Bezahlung abzuschaffen und das eine Prozent der Jahresgehaltssumme, das aktuell in den Leistungstopf fließt, in die Gehaltstabelle einzuarbeiten. Besonders die kommunalen Arbeitgeber – allen voran die Bayern – propagieren eine Ausweitung der Leistungsbezahlung und werden sich kaum von ihrem Kurs abbringen lassen. Aber: auch eine Ausweitung der Prozentwerte ist unwahrscheinlich. Die Gewerkschaftsseite wird sich bei den Verhandlungen dafür einsetzen, dass vorhandene Spielräume bei der Mittelverteilung für eine Anhebung der Gehälter und nicht eine Ausweitung der leistungsorientierten Bezahlung genutzt werden.

Vorläufig – so die Prognose der Tarifexpertin der GEW, Ilse Schaad – wird es also darauf ankommen, den Leistungstopf nicht zu verschenken, sondern wie bisher möglichst gleichmäßig zu verteilen. Die GEW wird hierbei sicherstellen, dass für alle vom TVöD Betroffenen im Goethe-Institut eine einheitliche Lösung gefunden wird. „Wenn Abschaffen nicht geht, kann nur eine möglichst intelligente und gleichmäßige Verteilung die Parole der GEW bei den Verhandlungen sein“, so Ilse Schaad.

Sobald bei der TVöD-Tarifrunde die Weichen gestellt sind, wird die GEW mit dem Goethe-Institut Verhandlungen aufnehmen. Bis dahin gilt die alte Regelung fort.

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