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Erster Gender-Report Bayern deckt prekäre Gleichstellungssituation auf

An Bayerns Hochschulen sind zwar rund die Hälfte der Studierenden Frauen, aber nur 17 Prozent Professorinnen und 12 Prozent Rektorinnen. Auch in den Entscheidungsgremien der Hochschulen sind Frauen unterrepräsentiert.

22.09.2016

Vom Gleichstellungsziel im Bayerischen Hochschulgesetz, der gleichberechtigten Teilhabe von Frauen und Männern auf allen Ebenen der Wissenschaft, ist in der Praxis wenig zu finden. Das zeigt der erste Genderreport Bayern, der im Juni 2016 der Öffentlichkeit vorgestellt wurde. In Auftrag der SPD-Landesfraktion untersuchte die Frauenakademie München e. V. die Gleichstellungssituation von Frauen und Männern an bayerischen Hochschulen in staatlicher Trägerschaft.

Auch wenn auf der Ebene der Studierenden Bayern mit einem Frauenanteil von 48 Prozent noch im Bundesdurchschnitt liegt (53 Prozent an Universitäten, 39 Prozent an Hochschulen für Angewandte Wissenschaften), sieht es in den weiteren Qualifizierungsstufen und bei der Teilhabe von Frauen in Entscheidungspositionen anders aus. So sinkt der Frauenanteil der Habilitandinnen an den untersuchten Universitäten von 53 auf 27 Prozent. Damit geht etwa die Hälfte der Frauen im Verlauf einer wissenschaftlichen Laufbahn an bayerischen Universitäten verloren. Der Frauenanteil an den Professuren liegt nur noch bei 17 Prozent.

Mit einem Frauenanteil von durchschnittlich 24 Prozent in der Hochschulleitung und 29 Prozent im Hochschulrat sind Entscheidungsgremien an bayerischen Hochschulen noch weit von einer geschlechtsparitätischen Besetzung entfernt. Unter den Präsident_innen und Rektor_innen waren bundesweit 15 Prozent Frauen, in Bayern nur 12 Prozent. Bei einer genaueren Betrachtung der Gremienbesetzung wurde festgestellt, dass der Frauenanteil in denjenigen Gremien am höchsten ist, in denen der Frauenanteil qua Mitwirkungsrecht der zumeist weiblichen Frauenbeauftragten und durch die Beteiligung von unterschiedlichen Statusgruppen, insbesondere der Studierendenvertretung, ohnehin höher ausfällt.

Die Studie erfasst neben den quantitativen Gleichstellungsdaten auch die an den bayerischen Hochschulen etablierten Gleichstellungsstrukturen und gleichstellungspolitischen Strategien sowie die Verankerung von Gender Studies.

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