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Einblick ins duale System Pfad zur Seite:

Die duale berufliche Bildung in Deutschland stößt im Ausland aktuell auf reges Interesse. Am letzten Tag ihres Programms in Deutschland hatten die internationalen Gäste des GEW Gewerkschaftstags Gelegenheit zum Besuch von Berufsschulen und betrieblichen Ausbildungszentren.

15.06.2013 - Manfred Brinkmann

Fotos: Manfred Brinkmann

Massenarbeitslosigkeit und mangelnde berufliche Perspektiven von Jugendlichen in zahlreichen Ländern haben das internationale Interesse am deutschen dualen System der beruflichen Bildung in jüngster Zeit deutlich verstärkt. Dass die Jugendarbeitslosigkeit in Deutschland im Vergleich zu vielen anderen Staaten vergleichsweise gering ist, wird nicht zuletzt der dualen Berufsausbildung in Schule und Betrieb zugeschrieben.

Besuche in Betrieben und Berufsschulen

Einen Einblick in dieses System, in dem Gewerkschaften eine wichtige Rolle spielen, konnten die internationalen Gäste des GEW Gewerkschaftstags am letzten Tag in Deutschland nehmen. Auf dem Programm am Freitagvormittag standen Besichtigungen und Gespräche bei Metallunternehmen und in einer Berufsschule. Dafür wurde die Gruppe aufgeteilt: Polen und Israelis besuchten das Berufskollegs Vera Beckers in Krefeld, Amerikaner, Palästinenser, Brasilianer und Nicaraguaner fuhren in das Ausbildungszentren des Mercedes-Benz Werks in Düsseldorf, Türken und Burkinesen zum Ausbildungszentrum von Vallourec & Mannesmann Tubes in Mülheim. „Das hat mich sehr beeindruckt“, berichtete die Vizepräsidentin der American Federation of Teachers, Francine Lawrence, nach dem Besuch bei Mercedes. „In Deutschland legt man Wert auf gute Berufsausbildung.“ Mehmet Bozgeyik von der türkischen Lehrergewerkschaft Egitim Sen und Teilnehmer des Besuchsprogramms Vallourec & Mannesmann, war besonders von den Mitbestimmungsrechten angetan, die Betriebsräte und Jugendvertreter in der beruflichen Bildung genießen: „So etwas gibt es in der Türkei nicht.“

Abschied von Düsseldorf

Zurück im Kongresszentraum des Gewerkschaftstags wurden die Gäste von Marlis Tepe persönlich begrüßt. Internationale Zusammenarbeit sei ihr sehr wichtig, betonte die frisch gewählte GEW Vorsitzende gegenüber den ausländischen Besuchern, die sie beglückwünschten und gleich auf einem Foto mit ihr abgelichtet werden wollten. „Hablo un poco Espanol, porque estaba unos meses en America Latina“, berichtete Marlis Tepe auf Spanisch dem Generalsekretär der nicaraguanischen Lehrergewerkschaft ANDEN, José Antonia Zepeda, über eine frühere Reise nach Lateinamerika. Der lud sie sofort zu einem Besuch ein: „Von Dieter Wunder über Eva-Maria Stange bis Ulrich Thöne waren bisher alle GEW Vorsitzenden in Nicaragua. Du bist herzlich bei uns willkommen.“ Dann hieß es Abschied nehmen. Viele Gäste hatten ihre Koffer bereits am Morgen fertig gepackt, um am Nachmittag direkt vom Kongresszentrum zum nahe gelegenen Düsseldorfer Flughafen zu kommen. Den Reden des SPD Vorsitzenden Sigmar Gabriel und des stellvertretenden FDP Vorsitzenden Christian Lindner folgten nur noch wenige von ihnen. Der Nicaraguaner José Antonio Zepeda, die Brasilianerin Fatima da Silva und die Israelin Yaffa Folger waren die drei letzten verbliebenen Gäste, die beim Empfang der GEW Nordrhein-Westfalen noch einen schönen Sommerabend im Düsseldorfer Kunstmuseum verbrachten.

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