GEW - Die Bildungsgewerkschaft
Sie sind hier:

Welcome to Sodom - Dein Smartphone ist schon hierDokumentarfilm über einen der verseuchtesten Orte der Welt

Der Dokumentarfilm „Welcome to Sodom“ lässt die Zuschauer hinter die Kulissen von Europas größter Müllhalde mitten in Afrika blicken und zeigt die Verlierer der Digitalisierung. Im Mittepunkt stehen die Schicksale der Menschen, die dort leben.

04.09.2018

„Sodom“ nennt man den Teil der ghanaischen Hauptstadt Accra, den nur die betreten, die unbedingt müssen. Rund 6.000 Frauen, Männer und Kinder leben und arbeiten dort. Die Deponie von Agbogbloshie ist Endstation für Computer, Monitore und anderen Elektroschrott aus Europa und aller Welt. Rund 250.000 Tonnen ausrangierte Smartphones, Drucker und andere Geräte gelangen Jahr für Jahr dorther. Die Nachfrage nach immer neuen elektronischen Accessoires in der Ersten Welt explodiert. Doch diese Produkte sind oft schon nach kurzer Zeit wieder „out“ und damit Schrott.

In Ghana zerkleinern Kinder und Jugendliche den Elektroschrott unter freiem Himmel. Durch das Schmelzen alter Kabel in pechschwarzen Rauchwolken werden neue Rohstoffe gewonnen. Für die einen ein „sauberes“ Geschäft, für die Anderen giftiger Alltag. Der Dokumentarfilm „Welcome to Sodom - Dein Smartphone ist schon hier“ von Florian Weigensamer und Christian Krönes lässt die Zuschauer hinter die Kulissen von Europas größter Müllhalde mitten in Afrika blicken und porträtiert die Verlierer der digitalen Revolution.

Unterrichtsthema Fluchtursachen

Dabei stehen nicht die Mechanismen des illegalen Elektroschrotthandels im Vordergrund, sondern die Lebensumstände und Schicksale von Menschen, die am untersten Ende der globalen Wertschöpfungskette stehen. Die Müllhalde von Agbogbloshie wird wahrscheinlich auch letzte Destination für die Tablets, Smartphones und Computer sein, die wir morgen kaufen. Die Filmemacher betonen jedoch: „Der Film ist keine Anklage, sondern eine Reflexion auf die globalisierte Gesellschaft, die einmal mehr zum Nachdenken über Konsumverhalten und Nachhaltigkeit anregen soll.“

Kinofenster.de empfiehlt den Film ab der 10. Klasse als mögliches Thema in den Fächern Wirtschaft, Politik, Erdkunde oder Ethik. Am Beispiel der Entsorgung von Elektrogeräten lässt sich diskutieren, inwiefern die Industrieländer eine Mitverantwortung an der Entstehung von Fluchtursachen tragen. In der Klasse beraten werden kann auch, welche Möglichkeiten jede und jeder einzelne hat, als Konsumentin oder Konsument Verantwortung zu übernehmen.

Zurück