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Diskriminierung ist ein Alltagsproblem

Fast jede_r dritte Deutsche hat laut Umfrage in den vergangenen zwei Jahren Diskriminierung erlebt. 14,8 Prozent der Befragten gaben als Grund Alter an, 9,2 Prozent Geschlecht. Die meisten Diskriminierungserfahrungen werden im Job gemacht.

03.05.2016

Weitere Ergebnisse der repräsentativen Erhebung der Antidiskriminierungsstelle des Bundes, die jüngst in Berlin vorgestellt wurde: Rund die Hälfte der Befragten (48,9 Prozent) berichteten von Diskriminierung am Arbeitsplatz oder beim Zugang zum Job. Während Diskriminierungen wegen des Lebensalters (14,8 Prozent) oder des Geschlechts (9,2 Prozent) häufig im Arbeitsleben angegeben werden, kommen Benachteiligungen aufgrund der sexuellen Orientierung (2,4 Prozent) oder aus rassistischen Gründen (8,4 Prozent) insbesondere in der Freizeit vor.

Mit 20,0 Prozent gaben mehr 14- bis 29-Jährige an, sich wegen ihres Alters ungerecht behandelt zu fühlen, als über 60-Jährige (15,3 Prozent). Eine Geschlechtsdiskriminierung beklagten mit 14,9 Prozent fast fünf Mal so viele Frauen wie Männer (3,2 Prozent). Diskriminierungen aufgrund der sozioökonomischen Lage, also wegen eines niedrigen Bildungsstandes oder Einkommens, finden mit 10,1 Prozent nach Ungleichbehandlung aufgrund des Alters am zweithäufigsten statt. Sie werden bisher jedoch nicht vom Schutzbereich des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG) erfasst.

"Diskriminierung ist alles andere als ein Nischenthema", sagte die Leiterin der Antidiskriminierungsstelle, Christine Lüders. "Jeder Mensch kann betroffen sein." Sie plädierte für eine Fortentwicklung des gesetzlichen Diskriminierungsschutzes und regte ein eigenes Klagerecht für Diskriminierungsverbände und die Antidiskriminierungsstelle an. Rund 40 Prozent haben laut Umfrage nichts gegen die von ihnen erlebte Benachteiligung unternommen. Detaillierte Daten zum Thema gibt es allerdings bisher nicht, die Erhebung "Diskriminierung in Deutschland" soll ein erster Schritt sein.

Dafür wurden zum einen in einer repräsentativen Umfrage rund 1.000 Personen ab 14 Jahren bundesweit telefonisch befragt. Zum anderen berichteten etwa 18.000 in Deutschland lebende Menschen ab 14 Jahren schriftlich über selbst erlebte oder beobachtete Diskriminierungserfahrungen.

 

 

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