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Bildungsgewerkschaften zum „Internationalen Holocaust Gedenktag“ Digital gedenken

Am Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus appellieren GEW und VBE an alle, sich gegen Corona-Leugnerinnen und Verschwörungstheoretiker zu engagieren. Dies sei der aktuelle Auftrag aus den Erfahrungen mit der Nazi-Diktatur.

27.01.2021

Wegen der Coronapandemie rufen die GEW und der Verband Bildung und Erziehung (VBE) am „Internationalen Holocaust Gedenktag“ zum virtuellen Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus auf. „Es macht einen ganz besonderen Eindruck, an den Orten des Verbrechens zu gedenken und die Stimmung dort auf sich wirken zu lassen. Doch auch digitale Angebote können und sollten ihren festen Platz bei der Auseinandersetzung mit den Verbrechen des Nationalsozialismus in der Bildungsarbeit haben“, betonten die beiden Bildungsgewerkschaften am Mittwoch. Auch vor dem Hintergrund, dass es immer weniger Zeitzeuginnen und -zeugen gebe, seien diese Angebote eine Alternative, um die Erinnerung wachzuhalten.

Digitale Angebote

Als Beispiele empfehlen GEW und VBE, Anne Franks Tagebuch als fiktionale Serie auf YouTube anzusehen oder einen virtuellen Rundgang in ihrem Versteck zu machen. Museen wie das Jüdische Museum Berlin laden Kinder ab drei Jahren zu Mitmachaktionen ein. Persönliche Geschichten einzelner Menschen können über die sogenannten Stolpersteine oder das Projekt Zweitzeugen recherchiert und erzählt werden. Täglich die Erinnerung wachhalten lässt sich mit dem Twitterkanal der Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau. Zudem ist 2021 das Jahr, in dem verschiedene Kultureinrichtungen 1.700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland feiern.

Aufklärungsarbeit in der Coronakrise

Die GEW-Vorsitzende Marlis Tepe und der VBE-Bundesvorsitzende Udo Beckmann nahmen am heutigen Mittwoch gemeinsam mit weiteren Vertreterinnen und Vertretern der beiden deutschen sowie der israelischen und polnischen Mitgliedsgewerkschaften der Bildungsinternationale (BI) an einer virtuellen internationalen Konferenz teil. 

„Gerade in der schwierigen Corona-Zeit brauchen wir eine handlungsfähige Demokratie mehr denn je.“ (Marlis Tepe)

Tepe mahnte am Rande dieser: „Gerade in der schwierigen Corona-Zeit brauchen wir eine handlungsfähige Demokratie mehr denn je. Wir alle müssen Aufklärungsarbeit leisten und uns gegen nationalistische, rassistische Ideologen und Verschwörungstheoretiker engagieren – weltweit. Das ist der aktuelle Auftrag, der aus den Erfahrungen mit der Nazi-Diktatur und der Konsequenz ‚Nie wieder Faschismus, nie wieder Krieg‘ erwächst.“

„Das Erstarken von Verschwörungstheorien sollte uns allen große Sorgen bereiten.“ (Udo Beckmann)

Der VBE Bundesvorsitzende Beckmann ergänzte: „Das Erstarken von Verschwörungstheorien sollte uns allen große Sorgen bereiten. Immer wieder werden gezielt einzelne Bevölkerungsgruppen, und zwar vor allem Jüdinnen und Juden, in den Fokus von Bedrohungsfantasien gestellt.“ Die Umdeutung der aktuell notwendigen Infektionsschutzmaßnahmen bis hin zu Vergleichen einzelner Rednerinnen mit Widerstandkämpferinnen aus dem Nationalsozialismus sei pietätlos und dürfe nicht hingenommen werden. 

Am 27. Januar findet der Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus statt. Grund ist, dass sich an diesem Tag die Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau 1945 jährt. Alljährlich wird eine Gedenkveranstaltung ausgerichtet, an der sich israelische, deutsche und polnische Gewerkschaften beteiligen. Ziel ist es, die Erinnerungskultur zu pflegen. Insbesondere junge Lehrkräfte sollen sich über Unterrichtsprojekte zu diesem Thema austauschen.