GEW - Die Bildungsgewerkschaft
Du bist hier:

CoronapandemieBei Kitas muss Notbremse gezogen werden!

Die neue Corona-Mutante greift weiter um sich, und die Infektionen in den Kitas nehmen zu. Die GEW fordert, schnell zur Notbetreuung zurückzukehren.

01.04.2021

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) fordert eine Rückkehr zur Corona-Notbetreuung für Kinder in Kitas. „Dort steigen die Infektionen schnell“, sagte GEW-Chefin Marlis Tepe der Funke Mediengruppe (Donnerstag). „Nachdem wir wissen, dass Kinder von der neuen Mutante stärker betroffen sind, muss hier wirklich die Notbremse gezogen werden“, so Tepe weiter.

„Es ist nicht zu verstehen, warum die Länder hier nicht handeln.“ (Marlis Tepe)

Kindertagesstätten hatten in vielen Bundesländern im Winter monatelang nur Angebote zur Notbetreuung für Kinder. Ende Februar öffneten sie in zahlreichen Bundesländern wieder. Nach Ostern müsse man zurück zu einer echten Notbetreuung in den Kitas, bis die Belegschaft geimpft sei, sagte Tepe. „Es ist nicht zu verstehen, warum die Länder hier nicht handeln.“

Für die Kitas verlangt die GEW, die individuellen Gefährdungsbeurteilungen nach Arbeitsschutzgesetz umzusetzen. Jede Kita braucht passgenaue und wirksame Hygienepläne. „Die Regelungen der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) für Kitas zum Infektionsschutz sind zu beachten und umzusetzen. Weiter müssten alle Kitaträger Betriebsmediziner einsetzen, diese sollten die Risikogruppen bei den Beschäftigten beraten und im Einzelfall von der Arbeit in der Kita freistellen“, sagte GEW-Chefin Marlis Tepe. Sie regte zudem an, freiwillige, kostenfreie Coronatests sowie eine Grippeschutzimpfung für die Beschäftigten anzubieten.

  • Freiwillige, kostenfreie Coronatests sowie eine Grippeschutzimpfung für die Beschäftigten
  • Passgenaue und wirksame Hygienepläne für jede Kita
  • Umsetzung der Empfehlungen der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) an Kitas
  • Risikogruppen von Betriebsmedizinern beraten lassen und im Einzelfall von der Arbeit an der Kita freistellen

Übersicht: Alles, was sich an Bildungseinrichtungen mit Blick auf den Gesundheitsschutz in Corona-Zeiten ändern muss.

Giffey: Neuinfektionen nehmen deutlich zu

In den Kitas in Deutschland sind nach Angaben von Bundesfamilienministerin Franziska Giffey im Schnitt momentan etwa 75 Prozent der Plätze belegt. Die SPD-Politikerin sprach am Dienstag nach Beratungen mit Vertretern von Bund, Ländern, Kommunen, Gewerkschaften, Eltern und Kindertagespflege im „Corona-Kita-Rat“ von einer regional unterschiedlichen Lage. Sichtbar sei aber in allen Bundesländern, so wie in der Gesamtbevölkerung, auch in Kitas und unter Kita-Kindern eine deutliche Zunahme von Neuinfektionen.

Die Anzahl der übermittelten Fälle in der Altersgruppe von 0 bis 5 habe sich seit Mitte Februar vervierfacht. In der vergangenen Woche seien 6318 Fälle in dieser Altersgruppe gemeldete worden, bei rund 3 Millionen Kita-Kindern in etwa 56.000 Einrichtungen.