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CoronapandemieUmfrage: Einmalzuschuss für Arme reicht nicht

68 Prozent der Bürgerinnen und Bürger sind laut einer aktuellen Umfrage der Meinung, dass Menschen mit geringem Einkommen in der Corona-Krise bisher von der Bundesregierung nicht ausreichend unterstützt würden - anders als Großkonzerne.

01.03.2021

Eine Mehrheit der Bevölkerung (54 Prozent) hält die vom Bundestag beschlossene Einmalzahlung in Höhe von 150 Euro für Grundsicherungsbeziehende für nicht ausreichend. Dies ergibt eine repräsentative Umfrage im Auftrag des Paritätischen Gesamtverbandes. 68 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass Menschen mit geringem Einkommen in der Corona-Krise bisher insgesamt nicht ausreichend unterstützt würden – im Gegensatz zu beispielsweise Großkonzernen mit Umsatzverlusten.

„Kein Geld für schnelles Internet im Homeschooling, kein Geld für die Reparatur der Waschmaschine, kein Geld für frisches Obst und Gemüse – die Ärmsten leiden doppelt unter Lockdown und knapper Kasse.“ (Christoph Bautz)

„Die Einmalhilfe ist nicht mehr als ein Tropfen auf den heißen Stein“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Gesamtverbands, Ulrich Schneider. .„Kein Geld für schnelles Internet im Homeschooling, kein Geld für die Reparatur der Waschmaschine, kein Geld für frisches Obst und Gemüse – die Ärmsten leiden doppelt unter Lockdown und knapper Kasse“, betonte Christoph Bautz, geschäftsführender Vorstand der Organisation Campact.

GEW unterstützt Appell

Ein Bündnis aus fast 50 Organisationen protestierte am Freitag vor dem Reichstag in Berlin gegen die unzureichende Nothilfe. Es forderte eine zügige Erhöhung der Regelsätze auf mindestens 600 Euro sowie eine monatliche Zusatzzahlung von 100 Euro für die Dauer der Krise. Der Online-Appell „Corona trifft Arme extra hart - Soforthilfen jetzt!“ von Campact, Paritätischem Gesamtverband, Diakonie Deutschland, Sozialverband VdK, Deutscher Kinderschutzbund, Attac, foodwatch, dem Deutschen Mieterbund sowie 40 weiteren bundesweiten Organisationen wurde zudem bereits von rund 134.000 Menschen unterschrieben. Auch die GEW-Vorsitzende Marlis Tepe unterzeichnete.

Laut Umfrage geht eine Mehrheit der Befragten (62 Prozent) nicht davon aus, dass die in Hartz IV und Grundsicherung im Alter, bei Erwerbsminderung und im Asylbewerberleistungsgesetz vorgesehenen Regelsätze ausreichten, um den alltäglichen Lebensunterhalt zu bestreiten.

Im Durchschnitt liegt das als nötig erachtete Budget mit 573 Euro pro Monat um fast 30 Prozent über dem, was alleinlebenden Grundsicherungsbeziehenden derzeit tatsächlich regierungsamtlich zugestanden wird (446 Euro).