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JA13Bundesweit aktiv für eine gerechtere Bezahlung

Nachdem der Einsatz der GEW für eine bessere Bezahlung von Grundschullehrkräften in einigen Ländern bereits erfolgreich gewesen ist, müssen andere weiter um A13 für alle kämpfen. Zwei Wochen lang gibt es derzeit bundesweit Aktionen.

16.11.2018

JA13-Aktionstage quer durch die Republik: Bei einem symbolischen Aktionstag vor dem Düsseldorfer Landtag hat die nordrhein-westfälische GEW Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) nachdrücklich an ihr Versprechen von vor einem Jahr erinnert. Damals hatte die Ministerin verkündet, gleichwertig ausgebildete Lehrkräfte auch gleich zu bezahlen, A 13 Z/EG 13 solle Einstiegsgehalt für alle sein. Seitdem ist jedoch nichts passiert. „Die Landesregierung spielt auf Zeit. Das muss sich ändern. Es gibt keine sachlichen Gründe, Lehrkräfte an Grundschulen und an den Schulformen der Sekundarstufe I schlechter zu bezahlen“, kritisierte die GEW-Landesvorsitzende Dorothea Schäfer. „In Berlin, Brandenburg und Sachsen gibt es A 13 beziehungsweise EG 13 für alle Grundschullehrkräfte, und in 13 Bundesländern werden Lehrkräfte der Sekundarstufe I ohnehin korrekt nach A 13 besoldet.“

In Hessen gab es zahlreiche Aktionen der Kreisverbände, bei denen die GEW auch konkretvorrechnete: „Der Unterschied in der Bezahlung der Lehrkräfte beträgt bei einer 40-jährigen, alleinstehenden Lehrerin rund 500 Euro brutto im Monat.“ Das Land Hessen verfüge in seinem laufenden Haushalt über genügend Mittel, die Aufwertung nach A 13 für Grundschullehrkräfte ohne jede zusätzliche Steuererhöhung zu finanzieren, argumentiert die Gewerkschaft. Die Gleichstellung würde 70 Millionen Euro kosten. „Auch um wieder mehr Nachwuchskräfte für das Studium Grundschullehramt  zu gewinnen, ist die Aufwertung und größere Anerkennung durch die Bezahlung nach A13 unbedingt erforderlich.“   

„Sieben lange Jahre will sich die Landesregierung noch Zeit lassen bis zur endgültigen Besoldung nach A13. Das geht gar nicht.“ (Astrid Henke)

In Hamburg traten mehrere Schulkollegien mit Aktionen für die JA13-Kampagne ein. Dabei machten sie auch darauf aufmerksam, dass mit dem Stichtag 14. November 2018 „rechnerisch-durchschnittlich alle Grund- und Mittelstufenlehrkräfte mit A12/E11 für den Rest des Jahres im Vergleich zu ihren Kolleginnen und Kollegen mit A13/E13 kostenlos“. Zwar habe die Hamburger SPD auf ihrem Parteitag im Oktober beschlossen, diese Ungerechtigkeitslücke zu schließen, doch täten sich die Grünen leider noch „etwas schwerer damit“, sagte die GEW-Landesvorsitzende Anja Bensinger-Stolze. „A13 beziehungsweise E13 ist mehr als gerecht, weil Grundschullehrkräfte nicht nur die inklusive Schule umsetzen und jedem Kind gerecht werden wollen, sondern auch fordern, fördern, erziehen und Sozialarbeit leisten!“ betonte Bine Bielefeldt, Lehrerin an der Ganztagsgrundschule Mümmelmannsberg.

Am Rande einer GEW-Personalratsschulung im schleswig-holsteinischen Neumünster überwanden rund 50 GEW-Personalratsmitglieder spielerisch die Hindernisse, die einer höheren Besoldung von Grundschullehrkräften im Wege stehen. Vorurteile wurden abgeworfen (minderwertige Arbeit, Kuschelpädagogik), Hindernisse übersprungen (Landeshaushalt, mangelnde Wertschätzung) sowie Politikerinnen und Politiker zur Seite geschoben. „Sieben lange Jahre will sich die Landesregierung noch Zeit lassen bis zur endgültigen Besoldung nach A13. Das geht gar nicht“,  kritisierte die Landesvorsitzende Astrid Henke. Die Verabschiedung des Landeshaushalts für das Jahr 2019 im Landtag in 14 Tagen sei ein günstiger Zeitpunkt für ein klares Signal, da die Landeskasse ordentlich gefüllt sei. 

Der GEW-Kreisverband Stendal in Sachsen-Anhalt illustrierte seine A13/E13-Forderung mit einem Plakat mit einem Bild der Grundschullehrerin Katrin Salomon an der A-14-Baustelle bei Dolle. Während die Finanzierung der A 14, die Sachsen-Anhalt mit Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern verbinden soll, gesichert ist, fordert Salomon für alle Grundschullehrkräfte weiter die Eingruppierung in A13/E13: „Sachsen-Anhalt baut die A 14. Mir reicht die A13/E13! Weil Grundschullehrer es verdienen.“

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