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Bundesregierung schiebt „Qualitätsoffensive Lehrerbildung“ auf die lange Bank

„Die Bundesregierung muss die Mittel für die ‚Qualitätsoffensive Lehrerbildung‘ sofort ausschreiben“, mahnt GEW-Vize-Vorsitzender und Hochschulexperte Andreas Keller mit Blick auf die Ankündigung der Bundesregierung, die erste Förderphase werde nun doch erst im Jahr 2015 beginnen, an.

09.07.2014

Mit dieser Verzögerung geht der Reform der Lehrerbildung gegenüber der ursprünglichen Planung ein ganzes Jahr verloren – denn eigentlich sollte die erste Förderphase von 2014 bis 2018 laufen. 500 Millionen Euro wollen Bund und Länder in das Gesamtprojekt investieren. Bereits seit über einem Jahr arbeiten die Hochschulen an ihren Konzepten für das Förderprogramm.

„Das Geld ist da, die Anträge liegen bei den Hochschulen fertig in der Schublade – nur die Bundesregierung gibt den Startschuss nicht“, kritisiert Keller. „Es ist nicht nachzuvollziehen, dass einerseits von den Hochschulen erwartet wird, möglichst schnell die angehenden Lehrerinnen und Lehrer auf die veränderten Anforderungen in ihrem Beruf vorzubereiten, und anderseits die Ausschreibung der Gelder hinausgezögert wird.“

Dass die Bildung der neuen Bundesregierung im vergangenen und die Haushaltsdebatten in diesem Jahr die Ausschreibung verhindert hätten, lässt Keller nicht gelten. Immerhin sei schon im April 2013, vor über einem Jahr, das gemeinsame Programm von Bund und Ländern verbindlich vereinbart worden. Mehr als genug Zeit, dem Beschluss auch finanzielle Konsequenzen folgen zu lassen.

Aufgaben drängen

Die Aufgaben in der Lehrerbildung drängen: Insbesondere die Umsetzung einer inklusiven Schule und der anstehende Generationenwechsel beim Lehrpersonal bilden große Herausforderungen, die nur von gut ausgebildeten Lehrerinnen und Lehrern gemeistert werden können.

Info: Die erneute Verzögerung der Qualitätsoffensive Lehrerbildung geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine schriftliche Anfrage des Bundestagsabgeordneten Kai Gehring (Bündnis 90/Die Grünen) hervor, die der GEW vorliegt.

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