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Bundesregierung kann Fragen zu Integrationskursen nicht beantworten

Trotz der steigenden Zahl an Integrationskuren für Geflüchtete und dem wachsenden Bedarf an Lehrkräften muss die Bundesregierung weiter mangelnde Kenntnisse zur Planung einräumen.

03.06.2016

Die Bundesregierung hat die Detailfragen einer kleinen Bundestagsanfrage zur Vergütung und zu den Arbeitsbedingungen von Lehrkräften in Integrationskursen beantwortet – und erneut in vielen Fällen einen Mangel an elementaren Kenntnissen eingestanden (Drucksache 18/8476).

So liegen der Bundesregierung beispielsweise zu folgenden Punkten keine Kenntnisse vor: 

  • Wie viele zugelassene Lehrkräfte haben im Jahr 2015 Integrationskurse geleitet? Wie viele Lehrkräfte waren Selbstständige, wie viele waren sozialversicherungspflichtig angestellt?
  • Wie hoch waren der durchschnittliche Stundenlohn oder das monatliche Bruttogehalt, und wie hoch war der durchschnittliche monatliche Nettoverdienst von Integrationskurslehrkräften?
  • Wie hoch war das durchschnittliche Honorar von selbstständigen Integrationskurslehrkräften, wie hoch ist deren durchschnittliches Nettomonatseinkommen?
  • Wie viele Integrationskurslehrkräfte werden zusätzlich benötigt, um die Integrationskurse in der erforderlichen Anzahl anzubieten?

In der Antwort der Bundesregierung heißt es, seit 2005 habe das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge rund 31.300 Integrationskurslehrkräfte zugelassen. Für das Jahr 2016 werde mit 550.000 neuen KursteilnehmerInnen gerechnet, was im Vergleich zum Vorjahr einer Steigerungsrate von 200 Prozent entspreche. Die Bundesregierung geht davon aus, dass mindestens 7.200 Lehrkräfte im Jahr 2016 eine Direktzulassung erhalten.

Die GEW-Bundesfachgruppe Erwachsenenbildung kritisiert, dass eine vorausschauende Bedarfsplanung an Lehrkräften für die steigende Zahl an Integrationskuren dringend erforderlich sei, die Bundesregierung zumindest bisher aber den Aufbau erforderlicher Kenntnisse für eine solche Planung für nicht erforderlich gehalten habe. Die GEW weist seit Jahren auf die desolate Lage der Lehrkräfte in Integrationskursen hin.

Weitere Themen im Infoblatt Weiterbildung Juni 2016:

  • Gute Arbeit in der Weiterbildung – Strategien im Umgang mit „Freier Mitarbeit“
  • GEW Hessen und Bayern starten Telefonhotline für freiberuflich in der Bildung Tätige
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