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Bund und Länder müssen mehr Geld in Hochschulen stecken

Die GEW fordert Bund und Länder zu mehr Investitionen in Hochschulen und zu einer nachhaltigeren Finanzierung auf. Der Hochschulexperte Andreas Keller verlangte bei einem Fachgespräch im Bundestag 50.000 zusätzliche Dauerstellen.

25.01.2017

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) fordert Bund und Länder zu einer nachhaltigen Verbesserung der Grundfinanzierung der Hochschulen auf. "Mit einem Flickwerk immer neuer Bund-Länder-Pakte ist den Hochschulen auf Dauer nicht geholfen. Von der Förderung profitieren jeweils nur einzelne Hochschulen für eine begrenzte Zeit. Die damit verbundene Unsicherheit geben die Hochschulleitungen an die Beschäftigten weiter - in Form von Zeitverträgen mit immer kürzeren Laufzeiten", kritisierte der GEW-Hochschulexperte Andreas Keller am Mittwoch im Ausschuss für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung des Deutschen Bundestages. Bund und Länder sollten stattdessen mit der Finanzierung von 50.000 zusätzlichen Dauerstellen eine Entfristungsoffensive starten. An den Universitäten kämen inzwischen 67 Studierende auf eine Professorin oder einen Professor, neun von zehn wissenschaftlichen MitarbeiterInnen würden mit einem Zeitvertrag abgespeist.

Die GEW formuliert mit der Initiative "Bildung. Weiter denken!" konkrete Forderungen und Vorschläge für einen Kurswechsel in der Bildungspolitik und -finanzierung. Sie schlägt ein auf zehn Jahre angelegtes Programm mit jährlich 3,2 Milliarden Euro vor. Im Gegenzug sollen die Länder die frei gewordenen Mittel nutzen, mehr Personal einzustellen und PädagogInnen strukturell besser zu bezahlen. Der Bund soll sich auch stärker als bisher an den Hochschulen engagieren: Der Hochschulpakt soll dazu ausgebaut und mittelfristig in eine deutlich bessere Grundfinanzierung der Hochschulen umgewandelt werden. Für eine Entfristungsoffensive an den deutschen Hochschulen machte die GEW zudem im November 2015 mit der Aktionswoche "Traumjob Wissenschaft" mobil.

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