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Reform der deutschen BildungslandschaftBürgerrat Bildung und Lernen sammelt Ideen

Kita, Schule, Ausbildung, Beruf, Fortbildung: Welche Erfahrungen haben Bürgerinnen und Bürger gemacht - und was würden sie anders machen? Der Bürgerrat Bildung und Lernen will Ideen in die Bildungspolitik tragen. Die GEW unterstützt das Projekt.

 

21.10.2020

In der Corona-Krise hat sich gezeigt: Unser Bildungssystem ist nicht krisensicher. Soziale Benachteiligungen werden verstärkt, Absprachen zwischen den Ländern und auch zwischen Bund, Ländern und Kommunen laufen nicht immer reibungslos. Immer wieder wurde deshalb ein nationaler Bildungsrat gefordert, um die Zukunftsfragen unseres Bildungssystems mit politisch Verantwortlichen, Expertinnen und Experten, Betroffenen und Gewerkschaften zu diskutieren und gemeinsam zu Lösungen zu kommen.

Die Montag Stiftung Denkwerkstatt in Bonn, die zur Gruppe der unabhängigen, gemeinnützigen Montag Stiftungen gehört, hat daher den Bürgerrat Bildung und Lernen ins Leben gerufen. Dieser will Menschen zusammenbringen, um gemeinsam über Bildung nachzudenken. Mitmachen können alle, die ihren Wohnsitz oder Lebensmittelpunkt in Deutschland haben. Dazu gehören auch Schülerinnen und Schüler sowie Menschen, die in Deutschland leben, aber keine deutsche Staatsangehörigkeit haben.

Bürgergipfel Bund, Länder und Kommunen geplant

In mehreren bundesweiten Veranstaltungen und Onlinedialogen entwickeln die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Lösungen und Ideen für eine künftige Bildungspolitik. Das Ziel sind konkrete Empfehlungen, die gewählte Mitglieder des Bürgerrats bei einem Bürgergipfel an die Verantwortlichen von Bund, Ländern und Kommunen geben.

Die GEW unterstützt das Vorhaben. Sie kritisiert seit langem, dass es für die politisch Verantwortlichen offensichtlich nur ein vordringliches Problem gebe: die Vergleichbarkeit der Abiturnoten. Soziale Spaltungen, Fachkräftemangel, eine fehlende Grundbildung bei mehr als sechs Millionen Erwachsenen und die Versäumnisse bei der Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention würden nicht als Zukunftsfragen eines nationalen Bildungsrates gesehen.