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Bildungsbericht: Integration bleibt Daueraufgabe

Der aktuelle Bildungsbericht zeigt, dass sich die Bildungsbeteiligung junger Menschen mit und ohne Migrationshintergrund annähert. Allerdings sind Kinder und Jugendliche mit ausländischen Wurzeln nach wie vor benachteiligt.

06.07.2016

Junge Menschen, deren Eltern einst als Zuwanderer nach Deutschland kamen, holen auf. Und zwar, so konstatiert es der Bericht „Bildung in Deutschland 2016“, vom Kindergarten bis zur Uni. Von den Drei- bis Fünfjährigen mit nichtdeutscher Muttersprache – das betrifft immerhin fast jedes dritte Kind in dieser Altersgruppe – besuchen heute rund 90 Prozent eine Kita. Der Anteil junger Menschen aus Migrantenfamilien, die studieren, hat sich in zehn Jahren nahezu verdoppelt.

In der sechsten Gesamtschau des deutschen Bildungssystems liegt der Fokus erneut auf Menschen mit Migrationshintergrund. Die zehn Jahre seit dem ersten Bericht im Jahr 2006 zeigen: Integration bleibt eine Daueraufgabe. Kinder, deren Eltern einwanderten, sind überproportional häufig an Haupt- und Förderschulen zu finden, was sich auf die beruflichen Chancen auswirkt: „Der Hauptschulabschluss bietet nur Zugang zu einem sehr eingeschränkten Segment von Berufen“, sagt Kai Maaz vom Deutschen Institut für Internationale Pädagogische Forschung (DIPF).

 

In diesem Jahr erhält das Schwerpunktthema „Bildung und Migration“ zudem besondere Brisanz: Denn aktuell kommen noch jene Menschen hinzu, die in Deutschland Schutz vor Krieg und Verfolgung suchen. Die Autoren des Bildungsberichtes haben errechnet, dass allein für die 2015 Eingewanderten bis zu 44 000 zusätzliche ErzieherInnen, SozialpädagogInnen und Lehrkräfte nötig seien. Kosten: bis zu drei Milliarden Euro pro Jahr (siehe: Expertise von Prof. Dr Klaus Klemm)„Wir würden eher von 4,3 Milliarden Euro pro Jahr ausgehen, wenn man auch die Integrationskurse einbezieht“, sagt die  GEW-Vorsitzende Marlis Tepe.

Den vollständigen Beitrag von Anna Lehmann können Sie in der Juli-/Augustausgabe der "E&W" nachlesen.

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