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EU Kids OnlineBildungs- und Partizipationsmöglichkeiten im Netz werden nicht ausgeschöpft

Bis zu drei Stunden verbringen Kinder und Jugendliche pro Tag im Schnitt im Netz. Die partizipativen Möglichkeiten des Mediums nutzen sie dabei aber vergleichsweise wenig, wie die EU Kids Online-Befragung des Hans-Bredow-Instituts (HBI) zeigt.

10.10.2019

Drei Viertel der 12- bis 14-jährigen und 90 Prozent der 15- bis 17-jährigen Kinder und Jugendlichen in Deutschland sind regelmäßig mit ihrem Smartphone online – durchschnittlich bis zu drei Stunden täglich. Je nach altersbezogener Entwicklungsphase und geschlechtsspezifischen Vorlieben, teilweise auch familiärem Hintergrund, entwickeln sie dabei einen individuellen Umgang mit dem Internet. Die Ergebnisse der repräsentativen EU Kids Online-Befragung in Deutschland, die das Leibniz-Institut für Medienforschung | Hans-Bredow-Institut (HBI) erstellte, zeigt: Es kann nicht von DER Onlinenutzung und DEN Onlineerfahrungen gesprochen werden. 

Die GEW-Onlineredaktion dokumentiert Ergebnisse der Studie Kids im Netz – Risk or Fun? mit Blick auf den Aspekt Schule:  

  • Mehr als zwei Drittel der Kinder und Jugendlichen (35 Prozent) geben an, dass es Regeln zur Nutzung des Internets in der Schule gebe.  
  • Gut einem Viertel der Heranwachsenden wurde in der Schule schon mal erklärt, warum bestimmte Dinge im Internet gut oder schlecht seien.
  • Knapp ein Fünftel gibt an, dass ihnen in der Schule gezeigt worden sei, wie sie das Internet sicher nutzen könnten.
  • Zwölf Prozent wurden nach eigener Aussage in der Schule dazu ermuntert, Dinge im Internet auszuprobieren oder zu lernen.
  • Sieben Prozent geben an, dass ihnen von Lehrkräften geholfen worden sei, wenn sie im Internet etwas Schlimmes oder Unangenehmes erlebt hätten. Offen bleibt, wie viele Kinder und Jugendliche sich bei solchen Vorfällen an Lehrkräfte wandten.
  • Die Auseinandersetzung der Lehrerinnen und Lehrer mit der Onlinenutzung der Heranwachsenden nimmt mit zunehmendem Alter ab.

„Schließlich verweisen die Befunde auch darauf, dass die Bildungs- und Partizipationsmöglichkeiten der Onlinemedien noch nicht ausgeschöpft werden und dass die Heranwachsenden auch seitens der Eltern und Pädagogen offensichtlich noch zu wenig Anregung erfahren.“

Handlungsbedarf sehen die Autorinnen und Autoren der Studie daher unter anderem darin, die Heranwachsenden zu unterstützen, die Potenziale des Internets zu nutzen: „Schließlich verweisen die Befunde auch darauf, dass die Bildungs- und Partizipationsmöglichkeiten der Onlinemedien noch nicht ausgeschöpft werden und dass die Heranwachsenden auch seitens der Eltern und Pädagogen offensichtlich noch zu wenig Anregung erfahren.“ 

Für die repräsentative Studie befragte das Leibniz-Institut für Medienforschung | Hans-Bredow-Institut (HBI)  1.044 Kinder und Jugendliche im Alter von 9 bis 17 Jahren sowie Eltern nach ihren Onlineerfahrungen.

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