GEW - Die Bildungsgewerkschaft
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Besuch aus Moskau

Eine fünfköpfige Delegation der russischen Bildungsgewerkschaft ESEUR aus Moskau war auf Einladung der GEW vom 4. – 10. September in Berlin, um sich über die Arbeitsbedingungen von Lehrkräften und das hiesige Bildungssystem zu informieren.

11.09.2010 - Manfred Brinkmann

Fünf Millionen Mitglieder in Kitas, Schulen und Universitäten zählt die Gewerkschaft ESEUR und ist damit weltweit eine der größten Arbeitnehmerorganisationen überhaupt. Allein der Moskauer Stadtverband ist mit etwa 500.000 Mitgliedern fast doppelt so groß wie die GEW. Vier Frauen und ein Mann des nationalen ESEUR-Vorstands und des Moskauer ESEUR-Stadtverbandes hatten während ihres einwöchigen Aufenthalts in Berlin Gelegenheit, mehrere Bildungseinrichtungen kennenzulernen und zahlreiche Gespräche mit GewerkschafterInnen und PersonalrätInnen SchulleiterInnen, Lehrkräften und SchülerInnen zu führen. Auf dem Programm der Delegation standen Besichtigungen und Gespräche in der Gutenberg Oberschule, der Lew Tolstoi Grundschule, dem Oberstufenzentrum Körperpflege und der Humboldt-Universität. Darüber hinaus besuchten die Gäste aus Moskau auch das sowjetische Ehrenmal in Treptow, das deutsch-russische Museum in Karlshorst, das Brandenburger Tor und den Reichstag.

Oft trafen die RussInnen in Berlin auf bilinguale SchülerInnen und LehrerInnen, mit denen sie ohne Übersetzer in ihrer Muttersprache reden konnten. „Wir haben in Berlin einen tiefen Einblick in Arbeitbedingungen, soziale Sicherungssysteme und Einkommen der Beschäftigten erhalten, die in pädagogischen und wissenschaftlichen Einrichtungen arbeiten“, sagte die stellvertretende ESEUR-Vorsitzende Tatiana Kupriyanova zum Abschluss der Besuchsprogramms. „Das russische Bildungssystem steht vor großen Veränderungen, auf die wir als Gewerkschaft reagieren müssen. Was wir hier gesehen und erfahren haben wird uns in Russland helfen, kommende Entwicklungen besser einzuschätzen und gewerkschaftliche Strategien zu entwickeln, um unsere Profession zu stärken und die Qualität unserer Bildungseinrichtungen zu verbessern." GEW und ESEUR wollen ihren Erfahrungsaustausch in Zukunft fortsetzen. Marina Ivanova, stellvertretende Vorsitzende des Moskauer ESEUR-Stadtverbandes, wünscht sich insbesondere einen Austausch junger Mitglieder und gewerkschaftlicher Fachkräfte: „Wir laden euch ein, im nächsten Jahr mit einigen Kolleginnen und Kollegen der GEW an unserem gewerkschaftlichen Sommercamp für junge Lehrkräfte an der Schwarzmeerküste teilzunehmen. “

 

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