GEW - Die Bildungsgewerkschaft
Du bist hier:

Stiftung WarentestBeliebte Spiele-Apps alles andere als kindgerecht

Die Stiftung Warentest hat 14 Spiele-Apps getestet, darunter Minecraft, Brawl Stars, Fortnite und Clash of Clans. Geprüft wurde aus der Perspektive eines zehnjährigen Kindes. Alarmierendes Ergebnis: Keine einzige App ist empfehlenswert.

15.10.2019

Die Multimediaexpertinnen und -experten der Stiftung Warentest haben in Koope­ration mit Jugendschutz.net 14 Spiele-Apps getestet, darunter die bei Kindern beliebten Handyspiele Minecraft, Brawl Stars, Fortnite und Clash of Clans. „Keine einzige App können wir empfehlen“, bilanzierten die Fachleute. „Eines ist im Kinder­schutz bedenk­lich, 13 stufen wir sogar als inakzeptabel ein. In sieben stießen wir auf heikle Inhalte wie Verweise auf Porno­seiten.“

Fast alle Spiele lassen sich gratis aus den App-Stores laden, Minecraft kostet einmalig 7,99 Euro. Einzelne Titel werden im App-Store für Kinder ab 0 Jahren angeboten, die höchste Alters­empfehlung der Spiele im Test lautet ab zwölf Jahre. Stiftung Warentest prüfte aus der Perspektive eines zehnjährigen Kindes – etwa wie kindgerecht die Spiele seien, ob die Voreinstel­lungen eine sichere Nutzung ermöglichten, und wie leicht sich Verstöße anderer Spieler beim Anbieter melden ließen. „Bedenk­lich“ war das beste Urteil, mit dem Pokémon Go bewertet wurde.

Rechtsextreme Pseudonyme

Die Expertinnen und Experten fanden Mitspieler mit rechts­extremen Pseudonymen wie „SiegHeil“ oder „Judentöter“, etwa in den Apps Fortnite und Clash of Clans. Die Android-Version von Subway Surfers für Kinder ab sechs Jahren blendete Werbung für ein Spiel ab 18 Jahren ein, in dem unablässig Menschen erschossen werden.

In der App Minecraft sind die In-App-Käufe teils intrans­parent. Bei Angry Birds 2 können Spielerinnen und Spieler mit einem Kauf rund 110 Euro für virtuelle Edelsteine ausgeben. Bei Candy Crush und Home­scapes kommen Spieler nur mühselig weiter, wenn sie keine Extras kaufen. 

Unzulässige Klauseln

Darüber hinaus hält sich keine der geprüften Apps daran, dass Daten­schutz­erklärungen für Dienste, die sich auch an Kinder richten, so formuliert sein müssen, dass Kinder sie verstehen können. Die meisten übertragen mehr Nutzer­innen- und Nutzerdaten als erforderlich. Temple Run 2 über­mittelt in der Android-Version Nutzungs­statistiken an einen Analysedienst, auch wenn Spielerinnen und Spieler das Tracking deaktiviert haben.

In den allgemeinen Geschäfts­bedingungen (AGB) der Apps gab es etliche unzu­lässige Klauseln. Candy Crush zum Beispiel will keine Verantwortung für Verluste tragen, falls Betrüger auf das Nutzer­konto zugreifen.

Zurück