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Buchtipp „Autonomie im Lehrerberuf“

Das Interesse an Lehrkräfteautonomie hat auch mit der Erklärung der guten Leistungen finnischer Schülerinnen und Schüler in den internationalen PISA-Studien zu tun: Grund für diese ist demnach auch die Abwesenheit umfangreicher Kontrolle.

27.05.2019

Wieland Wermke und David Paulsrud betrachten in „Autonomie im Lehrerberuf in Deutschland, Finnland und Schweden“ basierend auf der Grundlage einer Umfrage unter circa 7.000 deutschen, 1.500 finnischen und 700 schwedischen Lehrerinnen und Lehrern die Autonomie im Lehrerberuf. Die Autoren behandeln Autonomie als mehrdimensionales und in hohem Maße kontextabhängiges Phänomen, bei dem es vor allem darum geht, welche Entscheidungen Lehrkräfte treffen wollen und müssen sowie wie und von wem diese Entscheidungen kontrolliert werden. Konkret bedeutet dies, dass Lehrkräfte für jede Entscheidung, die sie tätigen, auch die Verantwortung übernehmen müssen. Mit mehr Verantwortung steigen gleichzeitig Komplexität und Risiken im Lehrerberuf.

Das Hauptargument des Buches ist, dass es bei der Diskussion über Autonomie im Lehrerberuf darum gehen sollte, Rahmenbedingungen zu schaffen, die Komplexität und Risiken reduzieren, und somit angstfreie und selbstbestimmte Lehrerarbeit in den Bereichen ermöglichen, in denen Lehrkräfte auch wirklich die wichtigen Entscheidungen treffen können und wollen. Mit Beispielen aus den deutschen, finnischen und schwedischen Bildungssystemen will dieses Buch seinen Beitrag zu der Diskussion „Wie autonom können und wollen Lehrer sein?“ leisten. Damit richtet es sich sowohl an (angehende) Lehrerinnen und Lehrer als auch an Entscheidungsträgerinnen und -träger im Bildungsbereich, die Schulstrukturen gestalten.

 

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