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Arbeitsplatz Ganztagsschule -pädagogisch wertvoll!

In dieser neuen Broschüre sind fünf Beiträge zur Ganztagsschulentwicklung gesammelt. Themen sind u.a. das "Investitionsprogramm Zukunft Bildung und Betreuung der Bundesregierung", Fakten zum Ausbaustand, Kooperationsmöglichkeiten und mögliche Probleme am Arbeitsplatz. Gleichzeitig werden die Ergebnisse einer GEW-Befragung unter Sozialpädagogen/innen an Ganztagsschulen vorgestellt.

25.09.2008

Im ersten Beitrag lassen Bernhard Eibeck und Alexandra Schwarz die Entstehung des „Investitionsprogramms Zukunft Bildung und Betreuung“ (IZBB) Revue passieren und bereiten statistisches Material zum aktuellen Ausbaustand auf. Sie zeigen, wie aus einer sehr grundsätzlichen, pädagogischen Reformidee in deutscher Bildungs-Kleinstaaterei ein Flickenteppich geworden ist.
Auch wenn es heute deutlich mehr Schulen gibt, die unter dem Label Ganztagsschule firmieren – für die Entwicklung eines breiten Angebots an pädagogisch und organisatorisch integrierten Ganztagsschulen sind die Effekte eher dürftig. In aller Regel besteht die Schule nach wie vor aus Unterricht und – davon getrennt – sozialpädagogischer Förderung, musischer und kreativer Freizeitgestaltung. Für die Darstellung der Ziele und Rahmenbedingungen der Länder haben wir auf eine Zusammenstellung von Angaben aus den Kultusministerien zurückgegriffen, die vom Sozialpädagogischen Institut NRW an der Fachhochschule Köln im August 2007 veröffentlicht wurde.

Für den zweiten Beitrag hat Alexandra Schwarz eine Checkliste erarbeitet, mit deren Hilfe man bestehende Kooperationsverträge überprüfen und weiterentwickeln kann. An zwei Beispielen zeigt sie, zu welchen Ergebnisse eine solche Überprüfung kommt.

Eines der am häufigsten genannten Probleme am Arbeitsplatz sozialpädagogischer Fachkräfte an Ganztagsschulen ist die Arbeitszeit. Klaus Schroeder und Bernhard Eibeck benennen in ihrem Artikel die wichtigsten Fragen und formulieren Ansprüche an Arbeitszeitregelungen aus gewerkschaftlicher Sicht.

Aus seiner langjährigen, persönlichen Erfahrung als Schulsozialarbeiter an einer Ganztagsgesamtschule und der Beobachtung zahlreicher Modellschulen hat Peter Balnis 15 Arbeitsfelder sozialpädagogischer Tätigkeit an Schulen beschrieben. Er untersucht diese Arbeitsfelder unter sechs Gesichtspunkten: Worum geht es bei diesem Arbeitsfeld? An welche Zielgruppe richten sich die Angebote? Welche Ziele sollen erreicht werden? Welche Angebote haben sich bewährt? Welche Rahmenbedingungen und Standards sollten gesichert sein? Woran kann man erkennen, ob die Angebote erfolgreich sind?

Im Juni 2007 wurde in einer von der Max-Traeger-Stiftung der GEW finanzierten Umfrage unter 2.000 GEW-Mitgliedern, die an Ganztagsschulen als Sozialpädagog/innen arbeiten, und ebensovielen Schulen der Frage nachgegangen, wie sich die Arbeitsbedingungen entwickelt haben und welche Faktoren besonders belastend sind. Der Artikel von Kirsten Fuchs-Rechlin gibt die wichtigsten Ergebnisse der Studie wieder.

Der Frage, ob die Ergebnisse der MTS-Studie Hinweise darauf geben, ob eine der zentralen Forderungen der GEW, die Kooperation von Lehrkräften und sozialpädagogischen Fachkräften „auf Augenhöhe“, erfüllt ist, geht Marianne Demmer in einer speziellen Aufbereitung der Daten zu diesem Aspekt nach. Man kann sehen, dass sich in den letzten Jahren einiges aufeinander zu bewegt hat, aber zentrale Fragen der pädagogischen Zusammenarbeit – wie z.B. der gemeinsamen inhaltlichen Gestaltung des Nachmittags - weiter ungeklärt sind. Vier Erzieherinnen und Sozialpädagogen an Berliner Ganztagsschulen hat die Journalistin Anja Dilk einen Tag lang begleitet und berichtet sie über deren Arbeitsalltag. Die kleinen Geschichten veranschaulichen hervorragend unsere Untersuchungen und Konzepte und es ist zu hoffen, dass die Politik endlich auch bereit ist, die äußerst schwierige Arbeit mehr zu honorieren und besser zu dotieren.

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