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Arbeitsbedingungen für Lehrkräfte für Fachpraxis vereinheitlichen

Lehrkräfte für Fachpraxis an beruflichen Schulen werden je nach Bundesland unterschiedlich eingruppiert und bezahlt. Die GEW fordert ein einheitliches System - außerdem einheitliche Arbeitszeiten, Aufstiegsmöglichkeiten und Weiterbildungsangebote.

15.12.2015

In Deutschland arbeiten rund 20 Prozent der LehrerInnen an berufsbildenden Schulen als Lehrkräfte für Fachpraxis. Ihre fachliche Qualifizierung erfolgt über eine berufliche Ausbildung und nicht über ein Studium.

Aufbauend auf einer Berufsausbildung mit anschließender Berufstätigkeit, einer Weiterqualifizierung zum Meister oder Techniker erlangen diese Lehrkräfte zum Teil in einer zweiten Ausbildungsphase eine pädagogische Qualifizierung. Traditionell konzentrierte sich ihre Arbeit innerhalb von berufsschulischen Einrichtungen auf das fachpraktische Unterrichten in Werkstätten oder Praxisräumen.

Früher waren Fachtheorie im Unterricht und Fachpraxis getrennter als heute, inzwischen sind der Einsatz- beziehungsweise das Aufgabengebiet der LehrerInnen für Fachpraxis vielfältiger geworden. Neue Verknüpfungen von Lerntheorie und -praxis, zum Beispiel die Lernfeldorientierung, die Handlungs- und Produktionsorientierung, der Projektunterricht, der Demonstrations- und Planungsunterricht, die Lernortkooperationen oder die neuen Medien stellen hohe Anforderungen an die Lehrkräfte.

Dabei zeigt sich ein Widerspruch zwischen den Anforderungen der beruflichen Tätigkeit als Lehrkraft und der Ausbildung und den Weiterbildungsangeboten sowie vor allem der Eingruppierung und Besoldung. LehrerInnen für Fachpraxis an beruflichen Schulen werden je nach Bundesland unterschiedlich bezahlt und unterschiedlich eingruppiert. Weiterbildungsangebote sind nicht überall vorhanden.

Daraus ergeben sich gewerkschaftliche Forderungen für LehrerInnen der Fachpraxis an beruflichen Schulen: einheitliche Eingruppierung und Bezahlung, einheitlich geregelte Arbeitszeiten, festgelegte Aufstiegsmöglichkeiten und Weiterbildungsangebote. Es gibt Beispiele dafür, dass es FachlehrerInnen ermöglicht wird, berufsbegleitend an der Hochschule den Abschluss eines Berufsschullehrers zu erlangen und den Vorbereitungsdienst zu durchlaufen.

Aus der angehängten Übersicht wird ersichtlich, wie die Einstellungsvoraussetzungen, Ausbildung, Bezahlung, Tätigkeitsfelder und Unterrichtszeiten der einzelnen Länder sind.

 

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