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Tarifrunde TV-L 2021Arbeitgeber weisen Gewerkschaftsforderungen zurück

Ohne Angebot der Arbeitgeber ist die erste Runde der Tarifverhandlungen für die im öffentlichen Dienst der Länder Beschäftigten zu Ende gegangen. Gewerkschaften und Arbeitgeber setzen die Verhandlungen am 1. November fort. So geht es jetzt weiter.

08.10.2021

Die erste Runde Tarifverhandlungen für die im öffentlichen Dienst der Länder Beschäftigten ist heute ohne Angebot der Arbeitgeber zu Ende gegangen. Die Arbeitgeber haben die Forderungen der Gewerkschaften zurückgewiesen. „Die Arbeitgeber müssen sich bewegen und ein Angebot auf den Tisch legen. Die Gewerkschaften haben sich klar und deutlich positioniert“, sagte GEW-Vorsitzende Maike Finnern heute beim Verhaqndlungsauftakt in Berlin. Die Gewerkschaften fordern 5 Prozent, mindestens jedoch 150 Euro mehr Gehalt.

„Die Beschäftigten haben das Land am Laufen gehalten. (Maike Finnern)“

Zum Auftakt der Verhandlungen waren Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter des öffentlichen Dientes der Länder zu einer Kundgebung zusammengekommen, die direkt vor dem Verhandlungsort endete. „Die Inflation macht große Sprünge. Die Gehälter der Beschäftigten müssen kräftig steigen, damit sie höhere Mieten, Energie- und Lebensmittelkosten weiter stemmen können. Wenn die Reallöhne der Beschäftigten wachsen, stärkt das die Binnennachfrage in Deutschland“, sage Finnern auf der Kundgeung. In gut eineinhalb Jahren Corona-Krise hätten die Länder-Beschäftigten gezeigt, dass sie und ihre qualifizierte Arbeit unverzichtbar sind. Sie hätten „das Land am Laufen gehalten“. „Die Lehrkräfte beispielsweise haben – trotz mangelhafter digitaler Ausstattung der Schulen und des Fachkräftemangels – mit großem Engagement dafür gesorgt, dass die Schülerinnen und Schüler so viel und so guten Unterricht wie möglich erhalten haben. Dafür haben sie neue Unterrichtsformate und -konzepte entwickelt und mit viel Kreativität Schule gemacht. Diese Leistungen sollen sich jetzt auch in Euro und Cent niederschlagen. Das gilt auch für die Lehrenden an Hochschulen, Erzieherinnen und Erzieher sowie sozialpädagogische Fachkräfte“, sagte Finnern.

In der Tarifrunde öffentlicher Dienst der Länder fordern die Gewerkschaften 5 Prozent, mindestens jedoch 150 Euro mehr Gehalt für die Beschäftigten. Dazu zählen bei der GEW vor allem die angestellten Lehrerinnen und Lehrer an den Schulen in Deutschland, aber auch die Beschäftigten im Sozial- und Erziehungsdienst sowie an den Hochschulen.

Außerdem soll es 100 Euro monatlich mehr für alle in Ausbildung geben. Die GEW setzt sich weiter für die vollständige Paralleltabelle ein, die eine bessere Eingruppierung für viele angestellte Lehrerinnen und Lehrer unterhalb der Entgeltgruppe 13 und damit mehr Gehalt bringen würde. Zudem fordert die GEW, dass Verhandlungen für einen Tarifvertrag für studentische Beschäftigte aufgenommen werden.

Die TV-L Tarifrunde 2021 gilt als eine der schwierigsten der vergangenen 20 Jahre. Die öffentlichen Arbeitgeber geben sich bisher wenig verhandlungsbereit und verweisen unter anderem auf die Kosten der Coronapandemie. Die Gewerkschaften betonen die hohen Belastungen der Beschäftigten in dieser Zeit und wollen einen fairen Ausgleich.

Drei Verhandlungsrunden

Die erste Verhandlungsrunde zwischen Arbeitgebern und Gewerkschaften findet am 8. Oktober in Berlin statt, die zweite und dritte Runde sind für den 1./2. November und den 27./28. November jeweils in Potsdam geplant.

Die Forderung der Gewerkschaften bezieht sich auf eine Laufzeit des Tarifvertrags von einem Jahr.

In der Tarifrunde 2021 für den öffentlichen Dienst der Länder geht es um Gehaltserhöhungen für rund zwei Millionen Beschäftigte. Ver.di hat gegenüber der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) die Verhandlungsführerschaft für die DGB-Gewerkschaften GEW, GdP und IG BAU sowie die dbb tarifunion.

#DASGEWINNENWIR

Die GEW-Chefin machte deutlich, dass sich die GEW weiter für die vollständige Paralleltabelle einsetze, die eine bessere Eingruppierung für viele angestellte Lehrerinnen und Lehrer unterhalb der Entgeltgruppe 13 und damit mehr Gehalt bringen würde. Dies sei auch wichtig, um den Beruf für junge Menschen wieder attraktiver zu machen, und leiste damit einen Beitrag zur Bekämpfung des Lehrkräftemangels.

Bei den Tarifverandlungen get es auch um einen Tarifvertrag für studentische Beschäftigte (TV-Stud). Wissenschaftliche und studentische Hilfskräfte leisten an den Unis wertvolle Arbeit. Doch die Hochschulen diktieren einseitig, unter welchen Bedingungen sie das tun. Die Studierenden brauchten bundesweit tarifvertraglich abgesicherte Vereinbarungen für ihre Arbeitsbedingungen und die Bezahlung, sagte Finnern. „Das gewinnen wir!“, stellte sie mit Blick auf das Tarifrunden-Kampagnenmotto der GEW abschließend fest.

Die zweite Verhandlungsrunde zwischen Arbeitgebern und Gewerkschaften findet am 1./2. November in Potsdam statt, die dritte Runde ist für den 27./28. November in Potsdam geplant.