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GEW zum Antikriegstag„Abrüsten statt Aufrüsten ist das Gebot der Stunde!“

Die erschreckende Entwicklung in Afghanistan zeigt deutlich, dass Krieg kein Mittel der Konfliktlösung ist. Die GEW protestiert gegen eine zunehmende Militarisierung.

01.09.2021

Zum Antikriegstag am 1. September macht sich die GEW für Abrüstung und eine Politik der Entspannung stark. „Abrüsten statt Aufrüsten ist das Gebot der Stunde. Wir erwarten von der Bundesregierung, dass sie sich dafür mit aller Entschlossenheit einsetzt und nachhaltig in die Zukunft investiert“, sagte die GEW-Vorsitzende Maike Finnern.

„Die erschreckende Entwicklung in Afghanistan hat erneut deutlich gemacht, dass Krieg kein Mittel der Konfliktlösung ist.“ (Maike Finnern)

Gemeinsam mit dem Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) und Friedensorganisationen erinnert die Bildungsgewerkschaft bundesweit an die Opfer von Krieg und Faschismus und protestiert gegen eine zunehmende Militarisierung in Deutschland und Europa.

Aber auch die eskalierende Gewalt in Afghanistan bereitet Sorgen. „Die erschreckende Entwicklung in Afghanistan hat erneut deutlich gemacht, dass Krieg kein Mittel der Konfliktlösung ist“, sagte Finnern weiter.

„Moralische Pflicht zu helfen“

Von der Bundesregierung erwartet die GEW, dass diese sich ihrer Verantwortung für die Menschen in Afghanistan stellt, die um ihr Leben fürchten. „Über 20 Jahre lang haben Afghaninnen und Afghanen Seite an Seite mit internationalen Regierungs- und Nichtregierungsorganisationen gearbeitet, eine Arbeit, die sie und ihre Familien jetzt in tödliche Gefahr bringt. Wir haben die unbestreitbare moralische Pflicht, ihnen zu helfen“, erklärte Finnern.

Auch Lehrkräfte, Hochschulangehörige sowie Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter, die wegen ihres Engagements für das allgemeine Recht auf Bildung ins Visier der Taliban geraten sind, müssten unbedingt unterstützt werden.

In Bildung investieren statt in Rüstung

Die Bilanz der aktuellen Bundesregierung ist auch mit Blick auf die Militärausgaben ernüchternd. Deutschland steht auf dem siebten Platz der Länder mit den höchsten Rüstungsausgaben.

„Es ist höchste Zeit, das Ruder herumzureißen.“ (Maike Finnern)

Unter den Top-Ten-Staaten weist der deutsche Verteidigungshaushalt mit einem Plus von über fünf Prozent die größte Zuwachsrate auf. Für das laufende Jahr liegt der Etat bei knapp 47 Milliarden Euro. „Es ist höchste Zeit, das Ruder herumzureißen“, betonte Finnern.

Um die NATO-Zielvorgabe von zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) zu erreichen, müsste der Wehretat noch einmal um mehr als 20 Milliarden Euro steigen. Die GEW fordert, sich davon zu lösen und diese Mittel für die dringend benötigten Zukunftsinvestitionen im Bildungssystem einzusetzen.

Finnern mahnte, Friedensbildung in den Bildungsplänen, Curricula sowie in der Aus- und Fortbildung von Pädagoginnen und Pädagogen zu verankern. Denn sie fördere die Entwicklung von Kompetenzen, die sich an Gewaltfreiheit sowie dem konstruktiven und zivilen Umgang in innergesellschaftlichen und internationalen Konflikten orientieren.