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Aktiv gegen Abschiebung

Asylantrag abgelehnt: Viele Schülerinnen und Schüler sind von Abschiebung bedroht. Lehrkräfte können ihnen helfen, wie das Beispiel einer Berufsschule in Frankfurt am Main zeigt.

06.06.2017

An der Frankfurter Philipp-Holzmann-Schule haben Lehrkräfte eine AG gegründet, um in der Schule eine Anlaufstelle für von Abschiebung Bedrohte anzubieten. Sie griffen dabei auf Angebote von Pro Asyl, Flüchtlingsrat und Jugendmigrationsdienst zurück. Für alle stand fest: Es ist wichtig, dass die jungen Menschen schnell einen Anwalt finden. Deshalb wird mitunter gezielt nachgefragt, ob der "Bescheid" schon da sei. Wenn er eintreffe, sollen die Jugendlichen ihre Lehrerin sofort auf dem Handy anrufen. "Wir machen deutlich: Es gibt Menschen, die sich darum kümmern", sagt Lehrerin Marlene Dort.

An der Berufsschule gibt es fünf Sprachlernklassen für geflüchtete Jugendliche, so genannte InteA-Klassen. Alleine aus Afghanistan kommen etwa 70 Mädchen und Jungen. Viele von ihnen erhalten derzeit negative Asylbescheide. "Die Betroffenen sind völlig aufgewühlt", berichtet InteA-Lehrerin Dort.

GEW plädiert für stärkere Vernetzung

Erst einmal Ruhe bewahren: Das empfiehlt der hessische Flüchtlingsrat. Nach der Ablehnung ihres Asylantrags hätten Asylbewerber zwei Wochen Zeit, dagegen zu klagen, sagt Geschäftsführer Timmo Scherenberg. "Das sollten sie dringend tun." Denn danach passiere lange nichts. Es dauere ewig, bis die Verwaltungsgerichte darüber entschieden. Diese Zeit könnten geflüchtete Menschen nutzen, um ihren Aufenthalt anderweitig zu sichern. So schütze zum Beispiel eine Ausbildung vor Abschiebung.

Die GEW ist überzeugt, dass Lehrkräfte noch mehr Unterstützung für ihre Arbeit mit Geflüchteten benötigten. "Gut wäre eine bundesweite Vernetzung", sagt GEW-Vorstandsmitglied Ilka Hoffmann.

Der vollständige Artikel von Kathrin Hedtke ist in der Juniausgabe der "E&W" abgedruckt.

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