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Akrobatik gegen Fremdenfeindlichkeit

Mit dem Bühnenprogramm "Leanas Traum" will eine Grundschule im hessischen Stadtallendorf junge Flüchtlinge willkommen heißen. Das Stück erzählt von der Freundschaft einer Prinzessin mit einem Zirkusmädchen und von der Vielfalt der Welt.

24.11.2015

Prinzessin Leana und das Zirkusmädchen Magica sind Freundinnen. Doch der Zirkus ist fremdenfeindlichen Drohungen ausgesetzt und muss über Nacht aus der Königsstadt fliehen. Leana macht sich auf die Suche nach Magica und begegnet einer aufregenden Welt mit Akrobaten, Clowns, Zauberern, Tänzern und Musikern. Sie findet Magica wieder, erfährt, warum der Zirkus fliehen musste und verkündet nach den Erfahrungen ihrer Reise: "Alle sind willkommen!"

Das Programm wurde mit rund 100 Kindern der Grundschule II Stadtallendorf aus den Arbeitsgemeinschaften Akrobatik, Musik, Clownerie, Zaubern, Tanz und Kunst und dem Schulchor erarbeitet und im Juni 2015 vor 1.400 ZuschauerInnen gezeigt.

Die Grundschule II Stadtallendorf ist eine Schule mit einem Zuwandereranteil von 90 Prozent. Kinder aus Flüchtlingsfamilien und besonders Roma und Sinti können schnell zum Opfer von Ablehnung und Ausgrenzung werden. Insofern sind die Auseinandersetzung mit fremdenfeindlichen Vorurteilen und die Entwicklung einer Schulkultur, in der jedes Kind sich respektiert fühlen kann, eine ständige Aufgabe. Dabei war "Leanas Traum" eine Hilfe, weil seine Erarbeitung mit vielen Gesprächen über Inhalte und ihre Aktualität verbunden war.

Ein Video von "Leanas Traum", in dem die Geschichte in 30 Minuten zusammengefasst wird, kann als Einstieg genutzt werden, um das Thema Fremdenfeindlichkeit versus Kultur des Willkommens im Unterricht zu behandeln. Es soll auch zu eigenen Projekten zum Thema Willkommenskultur ermuntern. „Leanas Traum“ wurde mit Blick auf die Grundschule entwickelt, bietet jedoch auch für weiterführende Schulen Möglichkeiten,
sich mit Fremdenfeindlichkeit und Rassismus auseinanderzusetzen.

Der vollständige Artikel des Projektleiters Gerhard Bitterwolf ist in der kommenden HLZ 12/2015 mit dem Schwerpunkt Flüchtlinge nachzulesen.

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