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Abitur in der Diskussion

Die GEW-Broschüre zum Zentralabitur analysiert ausführlich den derzeitigen Sachstand und erläutert die Positionen der Bildungsgewerkschaft, die sich mehrheitlich gegen die Einführung zentraler Prüfungsverfahren ausgesprochen hat.

29.10.2008

Nachdem bis zu den 1990er-Jahren nur die ostdeutschen Bundesländer sowie Bayern, Baden-Württemberg und das Saarland zentrale Abiturprüfungen durchgeführt haben, ist inzwischen mit Rheinland-Pfalz nur noch ein Bundesland übrig geblieben, in dem die schriftlichen Prüfungsaufgaben an der Schule erstellt werden.

Die GEW hat sich mehrheitlich gegen die Einführung zentraler Prüfungsverfahren ausgesprochen. Während viele Länder noch dabei sind, erste Erfahrungen mit zentralen Prüfungsverfahren zu sammeln, drängen insbesondere die süddeutschen Länder auf ein bundeseinheitliches Abitur. Dies hätte zur Folge, dass deutschlandweit alle Abiturientinnen und Abiturienten die gleichen Aufgaben vorgelegt bekämen. Da dieses Verfahren derzeit noch nicht durchsetzbar ist, haben sie als Zwischenschritt ein „Südabitur“ beschlossen, das 2011 erstmals durchgeführt werden soll.

Dass zentrale Prüfungsverfahren völlig andere Anforderungen an die Organisation stellen als dezentrale und diese insbesondere nur wenig fehlerfreundlich sind, zeigen allein die vielen öffentlich gewordenen Pannen. Trotz des einheitlichen Begriffes mag es erstaunen, dass den Verfahren, die die verschiedenen Länder praktizieren, außer länderspezifischen einheitlichen Prüfungsaufgaben kaum weitere gemeinsame Regelungen zugrunde liegen. Selbst innerhalb eines Landes können sich die Bestimmungen von Fach zu Fach unterscheiden. Die Unterschiede betreffen vor allem die Fächer, die zentral geprüft werden, den Umfang des zu prüfenden Stoffs im jeweiligen Fach, die Art und Weise der Aufgabenerstellung, die Zahl der zu bearbeitenden Aufgaben und Wahlmöglichkeiten innerhalb der Aufgaben und die Korrekturverfahren. Aufgabe dieser Broschüre ist es, die Vielfalt der zentralen Prüfungsverfahren und die damit verbundenen politischen Implikationen als Grundlage für die Beurteilung der jeweiligen länderspezifischen Regelungen vorzustellen.

Darüber hinaus soll sie als Argumentationshilfe gegen die Einführung eines bundeseinheitlichen Zentralabiturs dienen. In einem ersten Abschnitt werden aktuelle Trends und die dahinter stehenden Interessen bezüglich der gymnasialen Oberstufe und die Folgen für den Hochschulzugang dargestellt. Auf dem Hintergrund der historischen Entwicklung setzen sich weitere Artikel mit der Vielfalt der Prüfungsverfahren und ihren Steuerungseffekten auseinander.

Zum Schluss kommen Schülerinnen und Schüler zu Wort. Außerdem werden zwei grundlegende Beschlüsse der GEW zum Zentralabitur dokumentiert. Das Diskussionspapier der GEW zum Zentralabitur setzt sich mit Argumenten für und gegen zentrale Prüfungen auseinander, während das zweite Papier Kriterien vorstellt, nach denen zentrale Abiturprüfungen beurteilt werden können.

Eva-Maria Hartmann
Vors. Bundesfachgruppenausschuss Gymnasien

Susanne Gondermann
Vors. Bundesfachgruppenausschuss Gesamtschulen

Die Broschüre "Abitur in der Diskussion - Analysen und Positionen zum Zentralabitur" steht im Infokasten rechts zum Download zur Verfügung.

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