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Corona-Pandemie in Kitas und SchulenLuftfilter, Masken, Impfungen

Die Ministerpräsidentinnen und -präsidenten haben am Donnerstag beschlossen, dass Kitas und Schulen offen gehalten werden sollen. „Länder und Kommunen müssen endlich die notwendigen Voraussetzungen schaffen!“ mahnte GEW-Chefin Maike Finnern.

19.11.2021

Die GEW hält es für richtig, Schulen und Kitas in der Corona-Pandemie offenzuhalten. Doch es mangelt immer noch in vielen Bildungseinrichtungen über die dafür notwendigen Bedingungen. „Länder und Kommunen müssen endlich die notwendigen Voraussetzungen schaffen. Das ist bisher nur unzureichend geschehen. In manchen Hotspots droht die Situation an den Schulen bereits jetzt aus dem Ruder zu laufen,“ beklagte GEW-Vorsitzende Maike Finnern noch am Abend mit Blick auf den Beschluss von Bund und Ländern.

Die Politik müsse sofort mit absoluter Priorität folgende Maßnahmen in Angriff nehmen:

  • Luftfilteranlagen, eingebettet in Raum-, Lüftungs- und Hygienekonzepte, müssen umgehend eingebaut werden.
  • Das Tragen von Masken in den Innenräumen der Schulen ist – trotz aller richtigen pädagogischen Bedenken - eine sinnvolle und wirksame Maßnahme, um Infektionen zu verhindern.
  • Die Impfkampagne muss weiter konsequent vorangetrieben werden: Alle Lehrenden müssen spätestens sechs Monate nach ihrer Zweitimpfung schnell und unbürokratisch ein Boosterimpfangebot erhalten.
  • Zudem müssen die 12- bis 17-Jährigen, von denen viele noch nicht geimpft werden konnten, dringend in den Fokus genommen werden.
  • Gleichzeitig muss konsequent getestet werden. Die 3G-Regelung am Arbeitsplatz bedeutet für Schulen, Kitas und Hochschulen: Die Arbeitgeber müssen allen Beschäftigten an diesen Einrichtungen für jeden Arbeitstag einen kostenlosen Test anbieten. Unabhängig davon, ob diese geimpft, genesen oder nicht geimpft sind.
  • Für Schülerinnen und Schüler sollen nach Möglichkeit PCR-Tests angeboten werden.
  •  Zu diesem Maßnahmenpaket gehören zudem die Einhaltung der AHA-Regeln, ein schulisches Hygienekonzept und die Entzerrung des Schülerverkehrs.

Erwachsene in die Pflicht nehmen

Die Konferenz der Ministerpräsidentinnen und -präsidenten hatte am Donnerstagabend beschlossen, weitere Belastungen für Kinder und Jugendliche zu vermeiden und sie gleichzeitig bestmöglich zu schützen seien. Der Bundestag hatte zuvor die von SPD, Grünen und FDP geplanten Corona-Neuregelungen mit 3G-Vorgaben (geimpft, genesen, getestet) am Arbeitsplatz sowie in Bus und Bahn beschlossen. Besonders scharfe Maßnahmen wie die Schließung von Schulen oder Läden sowie Ausgangsbeschränkungen sollen nach dem Willen der Länderchefs und der scheidenden Bundeskanzerlin nicht mehr möglich sein.

„Kinder und Jugendliche haben in der Corona-Krise bisher eine Hauptlast getragen.“ (Maike Finnern)

Maike Finnern nahm darüber hinaus auch die Erwachsenen in die Pflicht, jetzt Rücksicht auf die Jüngeren zu nehmen: „Kinder und Jugendliche haben in der Corona-Krise bisher eine Hauptlast getragen.“ Jetzt sei die Gesellschaft außerhalb der Schule gefordert, bekräftigte die GEW-Chefin. Die Erwachsenen müssten insbesondere die Kinder schützen, die bis heute nicht geimpft werden können – unabhängig davon, dass die Krankheitsverläufe bei Kindern und Jugendlichen in der Regel milder seien als bei Erwachsenen. Es sei noch viel zu wenig über die Long-Covid-Folgen für Mädchen und Jungen bekannt. „Rücksicht auf die Kinder zu nehmen, heißt beispielsweise, auf Massenveranstaltungen zu verzichten. Es darf nicht sein, dass Kitas und Schulen strikte Präventionskonzepte zum Gesundheitsschutz umsetzen, Erwachsene aber feiern gehen, möglicherweise das Corona-Virus aufschnappen und die Kinder anstecken.“

GEW ist gegen Impfpflicht für Beschäftigte an Kitas und Schulen

Die GEW lehnt eine Impfpflicht für Lehrkräfte sowie Erzieherinnen und Erzieher ab. Warum? „Die Debatte um die Impfpflicht verdeckt die Probleme in den Bildungseinrichtungen. Wir wissen, dass 95 Prozent der Lehrkräfte geimpft sind. Für die Gruppe der Erzieherinnen und Erzieher sind keine vergleichbaren Zahlen bekannt. Jedoch wird eins deutlich: Die Pädagoginnen und Pädagogen nehmen ihre gesellschaftliche Verantwortung wahr“, sagte Finnern. „Die Debatte über eine Impfpflicht in den Schulen zu führen, geht an der Realität vorbei.“