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jugendschutz.net-Report

Demokratiefeindliche Propaganda auf Discord

Der Report von jugendschutz.net informiert, wie Extremisten und Extremistinnen Discord nutzen, um ihre demokratie- und menschenfeindlichen Ideologien zu verbreiten.

Der Dienst Discord ist besonders im Gaming-Bereich beliebt. (Foto: Pixabay / CC0)

Extremisten und Extremistinnen haben Discord als Plattform für die eigene Kommunikation entdeckt. Sie verbreiten dort ihre demokratie- und menschengruppenfeindlichen Botschaften und nutzen Discord zur direkten Kontaktanbahnung und individuellen Beeinflussung jugendlicher Nutzerinnen und Nutzer. Wie Extremisten und Extremistinnen bei Discord auftreten, hat jugendschutz.net in einem neuen Report zusammengefasst.

Der Dienst Discord ist besonders im Gaming-Bereich beliebt. Im Sprach- oder Text-Chat, aber auch in Livestreams oder eigenen Chaträumen bieten sich eine Vielzahl von Austauschmöglichkeiten. So wurde beispielsweise das rechtsextreme Netzwerk „Reconquista Germanica“ über Discord organisiert.

Jugendschutz.net sichtete für den Report 14 themenspezifischen Server. Untersucht wurde, wie Kinder und Jugendliche dort mit extremistischem Gedankengut in Kontakt kommen könnten und welche strukturellen Möglichkeiten Discord für extremistische Kontaktanbahnung eröffnet.

Hinweise auf Kontaktaufnahmeversuche

In der Untersuchung stellte jugendschutz.net in öffentlich zugänglichen Discord-Servern Hinweise auf Kontaktaufnahmeversuche zu potenziell radikalisierenden Zwecken fest. Ob diese Versuche erfolgreich waren, lässt sich allerdings kaum feststellen, da die Kommunikation meist rasch in private Kanäle verlagert wird. Dies ist auch aus dem Bereich Cybergrooming (Kontaktaufnahme mit Kindern, um einen sexuellen Missbrauch vorzubereiten) bekannt. 

Jugendschutz.net weist darauf hin, dass es bei Discord zwar Vorsorgemaßnahmen wie Sicherheitseinstellungen und Meldemöglichkeiten gebe. Da ein Großteil der problematischen Interaktionen aber in geschlossenen Kommunikationsräumen stattfinde, müssten Kinder und Jugendliche umfangreich gegen Versuche demokratie- und menschenfeindlicher Einflussnahme gewappnet werden.

  • Erwachsene Extremisten und Extremistinnen geben sich online als Gleichaltrige aus, um soziale alterstypische Nähe zu erzeugen.
  • Extremisten und Extremistinnen geben gemeinsame, harmlosen Interessen wie Onlinespiele vor, um den Kontakt- und Beziehungsaufbau zu erleichtern.
  • Aufmerksam sollten junge Nutzerinnen und Nutzer werden, wenn versucht wird, Beziehungen über mehrere Social-Media-Dienste hinweg zu vertiefen.
  • Nutzerinnen und Nutzer sollten vorsichtig sein, wenn sie zu bestimmten Aktivitäten aufgefordert werden, etwa dem Konsum und dem Weiterverbreiten von Bildern, Videos oder Texten mit unangemessenem Inhalt.
  • Kinder und Jugendliche sollten motiviert werden, über fragwürdige Kontaktanbahnungen mit Erziehenden oder Lehrkräften zu sprechen oder die entsprechenden Personen beim Dienstebetreiber melden.