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GEW: „JA13 – Grundschullehrkräfte aufwerten!“

07.05.2017

28. Ordentlicher Gewerkschaftstag der Bildungsgewerkschaft vom 6. bis 10. Mai in Freiburg

Freiburg i. Brsg. - Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) macht sich dafür stark, den Beruf der Grundschullehrerinnen und -lehrer aufzuwerten. Die Lehrkräfte an Grundschulen sollen deutlich besser als bisher bezahlt werden. "Verbeamtete Grundschullehrkräfte müssen A13 erhalten, angestellte nach E 13 eingruppiert werden. Deshalb: Ja zur 13" sagte GEW-Vorsitzende Marlis Tepe am Sonntag während der Pressekonferenz zum Auftakt des 28. Gewerkschaftstags der Bildungsgewerkschaft in Freiburg i. Brsg. "Deutschland steuert auf einen massiven Lehrkräftemangel zu. Das gilt insbesondere für die Grundschulen. Deshalb brauchen wir eine Offensive, um viel mehr junge Menschen für den Beruf des Lehrers, der Lehrerin zu gewinnen. Dafür müssen die Länder attraktive Arbeitsbedingungen anbieten, zu diesen gehört auch ein gutes Gehalt. Dabei ist die bessere Bezahlung an Grundschulen ein ganz wichtiger Baustein." Tepe machte deutlich, dass bereits jetzt Bundesländer wie Sachsen oder Sachsen-Anhalt fast 50 Prozent der ausgeschriebenen Stellen nicht mehr mit voll ausgebildeten Lehrkräften besetzen könnten. Das sei ein "Alarmzeichen". "In Berlin haben schon im vergangenen Jahr nur 18 Prozent der an Grundschulen eingestellten Lehrkräfte das entsprechende Lehramt studiert", hob die Vorsitzende hervor.

"Der Grundstein für gute Bildung wird bei den Kleinsten gelegt - trotzdem erkennt Deutschland die wertvolle Arbeit der Grundschullehrerinnen und -lehrer immer noch nicht ausreichend an. Nicht zuletzt mit der Inklusion sind die Anforderungen an die pädagogische Arbeit an Grundschulen kontinuierlich angestiegen. Entsprechend ist das Leistungsbewusstsein der Grundschullehrkräfte hoch und sie machen sich völlig zu Recht für eine bessere materielle Anerkennung ihrer professionellen Arbeit stark", betonte Tepe. "Im 21. Jahrhundert wird es Zeit, den Grundsatz 'kleine Kinder, kleines Gehalt - große Kinder, großes Gehalt' in die Mottenkiste der Geschichte zu packen." Die Arbeit der Grundschullehrkräfte sei nicht die gleiche wie die der Lehrkräfte an anderen Schulformen, aber sie sei "gleichwertig".

Grundschullehrkräfte würden schlechter bezahlt als die meisten Lehrkräfte an anderen Schularten, begründete Tepe den Vorstoß der GEW. Die schlechtere Bezahlung der Grundschullehrerinnen sei eine mittelbare Diskriminierung von Frauen, da an Grundschulen rund 90 Prozent der Lehrkräfte Frauen sind. "Damit muss endlich Schluss sein", betonte Tepe.

Sie wies darauf hin, dass mit der Umstellung der Ausbildung der Lehrkräfte auf Bachelor-/Master-Studiengänge bereits jetzt mehrere Bundesländer die Länge der Studiengänge für die Grundschule an die der anderen Schularten angeglichen hätten. "Auch die gleiche Ausbildung aller Lehrkräfte erfordert die gleiche Bezahlung aller Lehrkräfte", sagte die GEW-Vorsitzende.

Info: Verbeamtete Grundschullehrerinnen und -lehrer werden in allen Bundesländern nach A12 besoldet. Als Angestellte sind sie in der Entgeltgruppe (E) 11 des Tarifvertrages der Länder (TvL) eingruppiert. Im Gegensatz zu anderen Lehrkräften, die in der Regel nach A13 besoldet werden bzw. in E13 eingruppiert sind. Im Schnitt verdienen Grundschullehrerinnen rund 370 bis 450 Euro im Monat weniger als diese Lehrerinnen und Lehrer. Berlin ist das erste Bundesland, das in der Koalitionsvereinbarung festgeschrieben hat, dass Grundschullehrkräfte künftig nach A13/E13 bezahlt werden.

Unter dem "JA13"-Motto machen GEW-Hauptvorstand und -Landesverbände auf die Lohnlücke zwischen A12 und A13 bzw. E11 und E13 aufmerksam.

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