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GEW: „Exklusion ist an der Tagesordnung“

13.06.2014

Bildungsgewerkschaft zur Vorstellung des Berichts „Bildung in Deutschland 2014“

Frankfurt a. M. - Menschen aus armutsgefährdeten und bildungsfernen Elternhäusern und mit Migrationshintergrund werden weiterhin viel zu häufig vom Zugang zu Bildung ausgeschlossen. Menschen mit Behinderung haben oft nur geringe Chancen auf einen regulären Schulabschluss und eine anerkannte berufliche Ausbildung. „Von inklusiver Bildung sind wir weit entfernt – Exklusion ist nach wie vor in allen Bereichen des Bildungssystems an der Tagesordnung. Wir grenzen aus und stufen ab“, erklärte die Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Marlis Tepe, mit Blick auf die Ergebnisse des heute in Berlin vorgestellten Berichts „Bildung in Deutschland 2014“. So landet jeder zweite Jugendliche mit Migrationshintergrund im Übergangssystem ohne klare Aussicht auf einen Berufsabschluss. Und jeder zehnte Gymnasiast bzw. jede zehnte Gymnasiastin wird abgeschult.

Tepe begrüßte die Empfehlung des Bildungsberichts, das pädagogische Fachpersonal besser für inklusive Bildung zu qualifizieren. „Der Hinweis an die Politik ist deutlich: Es muss besonderes Augenmerk auf Ausbildung und Finanzierung des Personals gelegt werden. Die GEW fordern eine planvolle Gestaltung des Umbaus zur inklusiven Schule. Dazu gehören Qualifizierung der Lehrkräfte, Ausstattung mit multiprofessionellen Teams und angemessene Klassengrößen.“ Die Bildungsgewerkschaft teile die Forderung der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, strukturelle Blockaden bei der Inklusion zu überwinden: „Die zahlreichen Brüche zwischen Bildungs- und Sozialwesen sind ein Problem. Die GEW spricht sich für die ‚große Lösung‘ aus, die alle Leistungen unter einem Dach vereint und das Zusammenspiel der Sozialsysteme mit den Bildungseinrichtungen erleichtert.“ Tepe forderte die große Koalition zu konkreten Schritten auf: „Wenn in diesem Jahr über ein Bundesteilhabegesetz diskutiert wird, muss inklusive Bildung darin groß geschrieben werden. Nur so haben die Betroffenen echte Chancen für ein selbstbestimmtes Leben.“

Die GEW-Vorsitzende zeigte sich erfreut über weitere zentrale Empfehlungen aus dem Bildungsbericht. So begrüßte Tepe, dass nach dem Ausbau die Qualität in der frühkindlichen Bildung künftig in den Vordergrund der politischen Anstrengungen gerückt werden soll. „Das ist ein klarer Auftrag an die Politik: Wir brauchen dringend ein bundesweites Kitaqualitätsgesetz. Unsere Vorschläge dafür liegen auf dem Tisch“. Ähnliches gelte für die Entwicklung pädagogischer Konzepte für Ganztagsschulen. „Mit dem Bau von Mensen oder schlichter Betreuung am Nachmittag ist es nicht getan. Die GEW hat sich von vornherein für integrierte pädagogische Konzepte, einen veränderten Lernrhythmus und multiprofessionelle Teams ausgesprochen. Der Bund könnte dazu mit einem weiteren Programm zur Förderung der Schulsozialarbeit einen Beitrag leisten.“

Auch der Übergang von der Schule in die Berufsausbildung bleibt nach Ansicht von Tepe eine Baustelle. „Das Versprechen der Bundesregierung, eine Ausbildungsgarantie einzuführen, muss unverzüglich umgesetzt werden. Es ist dramatisch, dass immer noch über 250.000 Jugendliche nach dem Schulabschluss in das Übergangssystem rutschen“, kritisierte die GEW-Vorsitzende. „Besonders betroffen sind auch hier die ausländischen Jugendlichen. Selbst bei gleichem Schulabschluss sind deren Chancen auf einen Ausbildungsplatz viel geringer. Das ist ein Skandal.“

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