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Zahl minderjähriger Soldaten auf Rekordwert

21.06.2018

Jugendoffiziere und Karriereberater der Bundeswehr weiten ihre Auftritte an Schulen zunehmend aus. Mit Blick auf die Zahl minderjähriger Soldatinnen und Soldaten liegt Deutschland im internationalen Vergleich westlicher Länder auf Platz drei.

Die Zahl minderjähriger Soldatinnen und Soldaten in Deutschland ist im vergangenen Jahr auf den Rekordwert von 2.128 gestiegen. Damit verdreifachte sich die Zahl seit 2011. Laut der Studie „Why 18 matters“ von Child Soldiers International (CSI) liegt Deutschland nach den USA (16.000) und Großbritannien (2.400) auf Platz drei der westlichen Länder, die Minderjährige in ihre Armee aufnehmen. Im Gegensatz zu fast allen anderen Ländern nimmt dieser Trend hierzulande zudem zu. Mehr als drei Viertel aller Länder weltweit halten sich dagegen an den sogenannten 18-Jahres-Standard. Die GEW – und mit ihr der UN-Ausschuss für die Rechte des Kindes, die Kinderkommission des Bundestags und viele weitere Organisationen – fordert seit langem den Stopp der Rekrutierung Minderjähriger,

Auch die Zahl der Auftritte von Jugendoffizieren und Karriereberatern der Bundeswehr stieg im Jahr 2017 im Vergleich zum Vorjahr an: Allein bei Vorträgen im Schulunterricht erreichten Jugendoffiziere fast 120.000 Schülerinnen und Schüler, wie eine Antwort des Verteidigungsministeriums auf eine kleine Anfrage der Linken ergab. Die Karriereberater warben bei etwa 368.000 Schülerinnen und Schülern auf Jobmessen und Schulgeländen. Die Werbemaßnahmen des Verteidigungsministeriums hatten einen Etat von 31 Millionen Euro. Allerdings gibt es immer mehr Kritik an der Art der Bundeswehr-Werbung – etwa an einem Spot zum Girls’ Day, in dem eine Panzerfahrerin cool einen Kleinwagen zermalmt, der von einem Mann auf einem Frauenparkplatz abgestellt wurde. Auch ein Plakat mit dem Spruch „Abi Marsch!“ rief Kritik hervor.

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