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Weil wir es wert sind. Für Lohngerechtigkeit in der Schule

23.02.2017 - Maria Jeggle

Was tun gegen die Benachteiligung von Grundschullehrkräften? Darüber diskutierten GEW Expertinnen, Grundschullehrkräfte und Politiker am 16. Februar auf der Didacta in Stuttgart.

"Die Unzufriedenheit an den Schulen ist groß und die Signale aus der Politik sind nicht positiv", sagte die baden-württembergische GEW-Vorsitzende Doro Moritz auf der Didacta. Thema der Podiumsdiskussion Mitte Februar auf der Bildungsmesse war die ungleiche Bezahlung der Lehrkräfte. Benachteiligt sind vor allem Grund- und Hauptschullehrkräfte, die mit A12 weniger verdienen als andere wissenschaftlich ausgebildete Lehrkräfte. Die Podiumsteilnehmer/innen waren sich einig, dass das bestehende System den Anforderungen nicht gerecht werde.

Elisabeth Kryst, die als Seminarleiterin in Baden-Württemberg Grundschullehrkräfte ausbildet, erklärte: "Die Anforderungen der KMK an die Grundschullehrkräfte unterscheiden sich nicht von denen an andere Lehrkräfte." Mit dem Zwei-Fächer-Studium in Baden-Württemberg müssten Grundschullehrkräfte oft fachfremd unterrichten, leisteten große Erziehungs- und Beziehungsarbeit und hätten eine wichtige Expertise für Diagnose und Beratung. Kryst plädierte für ein drittes Fach und eine Studiendauer von 10 Semestern. Frauke Gützkow vom Hauptvorstand der GEW empfahl, mehr die Tätigkeit der Lehrkräfte in den Blick zu nehmen und nicht nur die Ausbildung. Sie bemerkte: "Die Arbeit der Lehrkräfte ist unterschiedlich, aber gleichwertig. Leistungskurse in der Oberstufe zu unterrichten ist der Arbeit von Grundschullehrkräften ebenbürtig und nicht weniger wichtig." Gützkow wehrte sich vor allem gegen die gängige Bezahlung nach dem Motto: Kleine Kinder, kleines Geld - große Kinder, großes Geld.

"Aus der Bildungswissenschaft wissen wir, wie wichtig die frühe Phase der Bildung und Erziehung für Kinder ist. Die Bezahlung entspricht daher nicht der Bedeutung, die der frühen Bildung zukommt", stellte der ehemalige Kultusminister Andreas Stoch (SPD) fest. Das Motto müsste man seiner Meinung nach eigentlich umdrehen. 300 Millionen Euro würde es das Land Baden-Württemberg jährlich kosten, wenn alle Grund- und Hauptschullehrkräfte mit A13 besoldet würden. "Langfristig werden wir aber nicht drum rum kommen", prognostizierte Stoch. Doro Moritz sieht dringenden Handlungsbedarf der Politik. Man dürfe Grundschulen nicht länger hängen lassen. Lehrkräfte an Grundschulen fehlten schon heute und der Mangel werde sich verstärken.

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