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Unesco: 617 Millionen Kinder und Jugendliche können kaum lesen und rechnen

22.09.2017

Die Unesco warnt vor einer "weltweiten Bildungskrise": Zu viele Kinder hätten keinen Schulzugang oder brächen die Schule vorzeitig ab. Auch die Bildungsqualität sei vielerorts mangelhaft.

617 Millionen Kinder und Jugendliche weltweit erhalten der Unesco zufolge nicht einmal grundlegende Lesekompetenzen und Rechenkenntnisse. Das gilt für 387 Millionen Kinder zwischen 6 und 11 Jahren (56 Prozent) sowie 230 Millionen Jugendliche zwischen 12 und 14 Jahren (61 Prozent), wie die Deutsche Unesco-Kommission in Bonn mitteilte. Dramatisch ist die Situation in Subsahara-Afrika, Zentral- und Südasien: In Subsahara-Afrika lernen 202 Millionen Kinder und Jugendliche (88 Prozent) diese Grundkompetenzen nicht, in Zentral- und Südasien 241 Millionen Kinder und Jugendliche (81 Prozent). Dabei besuchen zwei Drittel der Kinder, die keine ausreichenden Lese- und Rechenkompetenzen haben, eine Schule. Laut Unesco ist jedoch unter anderem die Bildungsqualität in vielen Klassenzimmern zu schlecht, und zu viele Kinder und Jugendliche brechen ihre Schullaufbahn vorzeitig ab.

Im September 2015 verabschiedeten die Vereinten Nationen die Ziele nachhaltiger Entwicklung (SDGs) für die gesamte Staatengemeinschaft. Integraler Bestandteil der SDGs ist eine globale Bildungsagenda für die Jahre 2016 bis 2030. Ziel 4: Bildung für Alle ist für die GEW von besonderer Bedeutung. Die Bildungsgewerkschaft fordert zudem, die Handlungsempfehlungen des Nationalen Aktionsplan Bildung für nachhaltige Entwicklung umzusetzen. Der Plan listet rund 130 Ziele mit knapp 350 Handlungsempfehlungen aus.

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