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Tausende vor zweiter Verhandlungsrunde im Streik

26.01.2017

4.000 Streikende gingen in Berlin für ihre Forderungen auf die Straße. Auch in Bremen, Bremerhaven, Mainz und Magdeburg rollte die erste Warnstreikwelle los. Am 30. Januar gehen die Tarifverhandlungen der Länder in die zweite Verhandlungsrunde.

Vor der am Montag, 30. Januar beginnenden zweiten Verhandlungsrunde der Tarifverhandlungen für den Öffentlichen Dienst der Länder haben Erzieherinnen und Erzieher sowie weitere Pädagoginnen und Pädagogen aber auch Lehrkräfte mit Warnstreiks Druck gemacht. Knapp 4.000 Beschäftigte waren allein in Berlin dem Aufruf von GEW und ver.di zum Warnstreik gefolgt. Auch in Bremen, Bremerhaven, Mainz und Magdeburg gingen die Beschäftigten auf die Straße, um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen.

  

"Wir leisten täglich Schwerstarbeit in den Kitas und Schulen dieser Stadt."

 

"4.000 im Streik – und das am ersten Warnstreiktag! Das ist ein starkes Signal, das zeigt, wie sehr es in den Kolleginnen und Kollegen brodelt", sagte Doreen Siebernik, GEW-Landesvorsitzende am Donnerstag vor den Streikenden auf dem Dorothea-Schlegel-Platz am Bahnhof Friedrichstraße in Berlin. Rosemarie Wicher, Erzieherin in einer Berliner Kita, forderte von den Arbeitgebern, den Sozial- und Erziehungsdienst der Länder aufzuwerten: "Wir leisten täglich Schwerstarbeit in den Kitas und Schulen dieser Stadt. Es ist nicht länger hinnehmbar, warum wir dafür über 400 Euro weniger verdienen als unsere Kolleginnen und Kollegen in anderen Bundesländern". Für Erzieherinnen und Erzieher sowie weitere Pädagoginnen und Pädagogen im Öffentlichen Dienst des Landes Berlin gilt der Tarifvertrag der Länder (TV-L), während Beschäftigte an den Kommunen anderer Bundesländer nach TVöD bezahlt werden. Das führt in den Augen vieler Beschäftigten zu Ungerechtigkeit in der Bezahlung. Die GEW fordert daher in der laufenden Tarifrunde die Aufwertung des Sozial- und Erziehungsdienstes der Länder auf ein mit dem TVöD vergleichbares Niveau.

In Bremen und Bremerhaven gingen am gestrigen Mittwoch, 25. Januar nicht nur Erzieherinnen und Erzieher, sondern auch Lehrkräfte auf die Straße. Mehr als 500 Beschäftigte versammelten sich vor dem Sitz der Bremer Finanzsenatorin, um Karoline Linnert ihre Forderungen für die laufenden Tarifverhandlungen mit auf den Weg zu geben. Linnert vertritt die Interessen Bremens als Arbeitgeber bei den laufenden Tarifverhandlungen. "Geld ist genug vorhanden! Das zeigen die aktuellen Steuereinnahmen und die Prognosen für 2017 und 2018. Das Geld ist nur falsch verteilt! Wir brauchen vor allem attraktive Arbeitsbedingungen, damit mehr Menschen sich für einen Beruf im Bildungsbereich entscheiden - dies gilt für Lehrkräfte aller Schularten wie für sozialpädagogische Fachkräfte in Ganztagsschulen oder der Inklusion", sagte Christian Gloede, Landesvorstandssprecher der GEW Bremen.

"Die Arbeitgeberseite soll nicht glauben, dass dies eine einfache Tarifrunde wird.

 

Bereits am Dienstag, 24. Januar hatte die GEW Rheinland-Pfalz die Beschäftigten an der Universität Mainz zum Warnstreik aufgerufen. "Die Arbeitgeberseite soll nicht glauben, dass dies eine einfache Tarifrunde wird. Unsere Forderungen sind wohlbedacht und ernst gemeint", sagte Miriam Bürger, für den Hochschulbereich zuständige Gewerkschaftssekretärin der GEW Rheinland-Pfalz vor rund 100 Streikenden in Mainz. Um die Arbeitsplätze im öffentlichen Dienst attraktiver zu gestalten, müsse auch die Zahl der befristeten Arbeitsverhältnisse, insbesondere an den Hochschulen, gesenkt werden. Gerade jüngeren Menschen, die den Einstieg in das Berufsleben schaffen wollen, würden häufig nur befristete Stellen angeboten, erklärte Bürger. Auch in Magdeburg hatten GEW und ver.di die Beschäftigten an Hochschulen und Verwaltungen für den 24. Januar zum Warnstreik aufgerufen. Die Kolleginnen und Kollegen gingen dort stundenweise in den Streik.

Die zweite Runde der Tarifverhandlungen findet am 30. und 31. Januar in Potsdam statt. Verhandelt wird für rund eine Million Beschäftigte im öffentlichen Dienst der Länder. Die rund 200.000 angestellten Lehrkräfte bilden davon die größte Berufsgruppe.

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