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Steigendes Bewusstsein für gendersensible Berufsorientierung

04.04.2017

Wie verbreitet ist gendersensible Berufsorientierung in Schulen, in Arbeitsagenturen, Kammern und Unternehmen? Die Aprilausgabe der "E&W" präsentiert drei Fallbeispiele.

Das Bewusstsein für die Notwendigkeit gegendersensibler Berufsorientierung ist in den vergangenen Jahren nach Angaben von Experten gestiegen. Es gebe inzwischen einige Bundesländer, die eine geschlechterbewusste Didaktik in ihren schulischen Berufsorientierungskonzepten festgeschrieben hätten, sagt Katrin Böhnke, wissenschaftliche Mitarbeiterin im Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB).  Die Aprilausgabe der "E&W" illustriert gendersensible Berufsorientierung anhand von drei konkreten Beispielen.

  • Berufskolleg Vera Beckers in Krefeld, eine städtische berufliche Schule mit 3.000 Schülerinnen und Schülern:

Seit 2012 gibt es am Berufskolleg Vera Beckers als Pilotprojekt geschlechtergetrennten naturwissenschaftlichen Unterricht. Bei einer schulinternen Evaluation im April 2016 erklärten 66 Prozent der befragten Schülerinnen: "Ich brachte mich in der reinen Mädchengruppe mehr im Unterricht ein als in der gemischt-geschlechtlichen." 

  • Weiterbildungsanbieter Arbeit & Leben gGmbH in Mainz:

Arbeit & Leben Mainz organisierte in den vergangenen Jahren Schulungen zur gendersensiblen Berufsorientierung. Die jeweils viertägigen Veranstaltungen richteten sich vor allem an Lehrkräfte sowie Berufsberaterinnen und -berater. Dabei ging es darum, auch deren Biografie anzusprechen. Die Schulungen behandelten zudem die Frage: Wie spreche ich den Ausbilder an, der ein Mädchen nicht anstellen will?

  • Kölner Ford-Werke

Bei den Kölner Ford-Werken arbeiten 17.000 Menschen, rund 20 Prozent der Auszubildenden in den technischen Berufen sind weiblich. Die Ausbildung findet in Gruppen statt, Ford achtet bei der Zusammenstellung darauf, dass Mädchen zumindest zu zweit sind. Außerdem bietet Ford zu Beginn der Berufsausbildung ein eintägiges "Selbstbehauptungstraining" an. 1999 hatte Ford das Projekt "Frauen in technischen Berufen" (FiT) gestartet.

Die ausführlichen Erfahrungsberichte von Matthias Holland-Letz sind in der Aprilausgabe der "E&W" veröffentlicht.

 

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