Sie sind hier:

Lehrkräfte fit für digitale Bildung machen

11.10.2017 - Sylvia Schütze, Geschäftsführerin der DDS

Die Gesellschaft wird immer digitaler: In Schulen gibt es heute – zumindest in Modellprojekten – Tablet- oder Smartphone-Klassen. Doch nicht nur Schülerinnen und Schüler, auch Lehrkräfte müssen lernen, mit digitalem Wissen umzugehen.

Schulbücher können durch digitale Zusatzmaterialien an die Bedürfnisse heterogener Lerngruppen angepasst werden. Für die Lernstandsdiagnostik gibt es digitale Hilfen. Manch eine Lehrkraft bezieht ganze Stundenentwürfe kostenlos aus dem Netz. Industrie, Verbände, Parteien, Ministerien – sie alle haben diesen Markt der Möglichkeiten entdeckt und bieten eifrig Lernmaterialien für den zeitgemäßen Unterricht an. Der größte Teil der (Aus-)Bildung im Bereich der digitalen Medien findet jedoch noch immer außerhalb der Schule und informell statt. Unterschiede in der sozialen Herkunft von Kindern und Jugendlichen führen hier zu einer weiteren ungleichen Verteilung von Bildungschancen.

Sowohl aus individueller als auch aus gesellschaftlicher Perspektive ist das Themenfeld sehr wichtig. Und die Strategie? Mehr digitale Bildungsmedien, bessere technische Ausstattung, umfassendere Informationen für Lehrkräfte. Zwingend notwendig ist die Kompetenz zu verstehen, wie digitale Systeme funktionieren und zu unserem Besten angepasst werden – und auch, wie sie uns manipulieren und steuern können.

Es reicht nicht aus, Lehrkräften Medienbildungskompetenz und deren Weitervermittlung zu „verordnen“. Gegenstand der Aus- und Weiterbildung müssen die unterschiedlichsten Facetten des Wissens über Medien – etwa technisch oder juristisch – sein, aber auch, wie sich das Wissen durch Medien verändert und wie man lernt, Medien zu beherrschen. Nur so gebildete Lehrkräfte können wirklich helfen, Bildung in der digitalen Welt zu befördern.

Zurück