Sie sind hier:

Integration von Flüchtlingsfamilien mit Priorität behandeln

24.09.2015

Die Evangelische Arbeitsgemeinschaft Familie (eaf) fordert eine vorrangige Behandlung von Flüchtlingsfamilien. Für jedes Kind müsse so schnell wie möglich in kindgemäßer Alltag mit Betreuung und Schulunterricht organisiert werden. Jedes dritte Kind ist ein Flüchtling, die meisten dieser Kinder werden in Deutschland aufwachsen. Auch die GEW verlangt einen sofortigen Zugang zu Bildungsangeboten.

Die eaf appelliert an die Politik und alle an der Aufnahme von Flüchtlingen beteiligten Institutionen, Familien bei der Registrierung in den Zentralen Aufnahmestellen (Zast) zu bevorzugen. Für Familien solle der Aufenthalt in der Zast möglichst kurz sein, Familien mit Bleibeperspektive sollten schnellstmöglich in Wohnungen untergebracht werden.

Die Kinder- und Jugendhilfe sollte systematisch und frühzeitig beteiligt werden und die nötigen Unterstützungs- und Hilfeleistungen gewährleisten. Ausländerrechtliche Hürden für ausbildungsfähige Jugendliche und junge Erwachsene sollten gelockert oder abgeschafft und Flüchtlingsfamilien grundsätzlich nicht abgeschoben werden.

GEW: Bildung muss in den Erstaufnahmeeinrichtungen beginnen

Auch die GEW setzt sich massiv dafür ein, dass Flüchtlinge ab dem Zeitpunkt ihrer Ankunft in Deutschland Zugang zu Bildungsangeboten bekommen. Bildung müsse in den Erstaufnahmeeinrichtungen begonnen und ein schneller Zugang zu Kitas, Schulen, beruflicher Bildung, Weiterbildung und Hochschulen gesichert werden. "Dafür benötigen die Bildungseinrichtungen und ihre Beschäftigten zusätzliche personelle und materielle Unterstützung. Der Haushalt 2016 kommt dieser Anforderung nicht nach", erklärte die GEW-Vorsitzende Marlis Tepe jüngst nach einem Treffen mit den Fraktionsvorsitzenden der LINKEN im EU-Parlament, des Bundes und der Länder in Wiesbaden.

Tepe plädierte zudem für ein Förderprogramm des Bundes für die Aus-, Fort- und Weiterbildung von Lehrkräften für Deutsch als Zweitsprache (DaZ). Auch die durchgängige Sprachförderung müsse in allen Fächern Bestandteil der Lehramtsstudiengänge werden. Im Haushalt von Bundesbildungsministerin Johanna Wanka (CDU) seien keine zusätzlichen Mittel für die Integration von Flüchtlingen vorgesehen, kritisierte die GEW-Vorsitzende. "Wir schlagen vor, den Hochschulpakt schnell aufzustocken. Die Hochschulen sollen mit diesen Geldern spezifische Angebote für Studierende mit Fluchterfahrungen machen."

 

Zurück