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GEW bekräftigt Forderung nach verbindlichem Kita-Qualitätsgesetz

28.08.2017

Die Qualität der Kita-Betreuung hängt laut einer Studie der Bertelsmann-Stiftung vom Wohnort ab – und führt so zu unterschiedlichen Bildungschancen. Der Geburtsort dürfe aber nicht über den Bildungsweg entscheiden, kritisiert die GEW.

Vor dem Hintergrund der jüngsten Bertelsmann-Studie zur unterschiedlichen Kita-Qualität in Deutschland bekräftigt die GEW ihre Forderung nach einem bundesweit einheitlichen und verbindlichen Kita-Qualitätsgesetz. „Der Geburtsort eines Kindes darf nicht über dessen Bildungsweg entscheiden“, sagte Björn Köhler, für Jugendhilfe und Sozialarbeit verantwortliches GEW-Vorstandsmitglied, am Montag in Frankfurt am Main. Ein Kita-Qualitätsgesetz könne „einen Beitrag leisten, für Kinder bundesweit vergleichbare Lebensverhältnisse zu schaffen und damit die Chancengleichheit verbessern“. Wichtige Eckpunkte des Gesetzes seien die Erzieher-Kind-Relation, die Freistellung der Leitungskräfte, die Fachberatung und die Anerkennung mittelbarer pädagogischer Arbeitszeit.

Der am Montag veröffentlichten Studie der Bertelsmann-Stiftung zufolge hat sich zwar der Personalschlüssel in Kitas positiv entwickelt: Kamen zum 1. März 2012 noch 4,8 ganztags betreute Kinder auf eine vollzeitbeschäftigte Fachkraft in Krippengruppen, waren es im März 2016 rein rechnerisch 4,3 Kinder. In Kindergartengruppen verbesserte sich der Personalschlüssel von 9,8 auf 9,2 Kinder pro Fachkraft. Die Unterschiede zwischen den einzelnen Bundesländern und sogar von Kreis zu Kreis sind jedoch enorm.

Während in einigen Kreisen Baden-Württembergs 6,1 Kindergartenkinder von einer Fachkraft betreut werden, sind es in Mecklenburg-Vorpommern bis zu 14,3 Kinder. In Hessen kommt eine Fachkraft auf 9,6 Kinder. Allerdings schwankt der Personalschlüssel auf Kreisebene zwischen 1 zu 7,6 und 1 zu 11,9. In westdeutschen Krippen kümmert sich eine Fachkraft um deutlich weniger Kinder (1 zu 3,6) als in Ostdeutschland (1 zu 6,0). Bundesweite Schlusslichter sind Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen. Die Bertelsmann Stiftung empfiehlt einen Personalschlüssel von 1 zu 3,0 in Krippengruppen und 1 zu 7,5 in Kindergartengruppen. Dazu müssten zusätzlich 107.200 vollzeitbeschäftigte Fachkräfte eingestellt und weitere 4,9 Milliarden Euro jährlich bereitgestellt werden.

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