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GBK fordert mehr Mittel für Bildung in humanitärer Hilfe

29.03.2017

Rund 75 Millionen Kinder weltweit können wegen Krisen und Konflikten nicht zur Schule gehen. Die Globale Bildungskampagne (GBK) appelliert an die Bundesregierung, im Bereich humanitäre Hilfe mehr Geld für Bildung bereitzustellen.

Alarmierende Ergebnisse: Weltweit gehen rund 75 Millionen Kinder nicht zur Schule, weil sie in Krisen- oder Konfliktgebieten leben. Das geht aus der Studie "Bildung darf nicht warten" hervor, welche die Globale Bildungskampagne (GBK) am Mittwoch in Berlin präsentierte. Diese Kinder drohten zu "verlorenen Generationen" heranzuwachsen. Flüchtlingskindern sowie Mädchen und Kindern mit Behinderungen werde der Schulbesuch sogar überdurchschnittlich oft verwehrt. Die GBK, ein internationales Bündnis von Nichtregierungsorganisationen und Bildungsgewerkschaften, ruft die Bundesregierung auf, mehr Mittel für die Förderung von Bildung im Bereich humanitäre Hilfe bereitzustellen.

Bildung helfe bei der Verarbeitung traumatischer Erlebnisse, ermögliche gesellschaftliche Teilhabe und damit bessere Perspektiven für die Zukunft, sagte GBK-Sprecher Jan-Thilo Klimisch. Deutschland könne und müsse mehr tun: "Wir fordern daher, acht statt der bisher rund zwei Prozent der bundesdeutschen Mittel in der humanitären Hilfe gezielt für Bildung zu verwenden." Bundestags-Vizepräsidentin Claudia Roth (Grüne) kritisierte, "die Große Koalition hat hier viel versprochen und nicht geliefert". Nach Angaben von Unicef-Bildungsexperte Friedrich W. Affolter fehlen aktuell jährlich rund 8,5 Milliarden US-Dollar, um Kindern in Kriegs- und Krisengebieten Bildung zu ermöglichen.

Auf das Thema Bildung in Krisen und Koflikten macht auch die am 24. April startende "Weltklasse!"-Aktion 2017 aufmerksam. Mit Blick auf die Bundestagswahl sollen Politiker, die in ihrem Wahlkreis um ein Direktmandat kämpfen, aufgefordert werden, sich bei Einzug ins Parlament für die Bildung junger Menschen in Krisenregionen einzusetzen. Für Lehrkräfte, die mit ihrer Klasse an einer Aktion teilnehmen wollen, gibt es auf der Webseite der Bildungskampagne Materialien zum Download.

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