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Digitalisierung: „Einfach mal machen“

08.11.2017

Der Bildungsbereich hinkt beim Thema Digitalisierung nach Einschätzung von Experten hinterher. „Weg von der Evaluierung und nochmaligen Evaluierung, hin zur Umsetzung in der Praxis“, lautete eine Forderung beim Bildungspolitischen Leibniz-Forum.

Schulen und Hochschulen tun sich weiter schwer, mit dem Tempo der Digitalisierung Schritt zu halten. Noch wird im Bildungsbereich vor allem debattiert – über Infrastruktur, Inhalte, Vermittlungsformate und vieles mehr. Beim Bildungspolitischen Forum des Leibniz-Forschungsverbundes Bildungspotenziale, das im Oktober in Berlin über „Bildungspotenziale in Zeiten digitalen Wandels“ beriet, mahnten viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer, den Fokus stärker auf einen zügigen Einsatz digitaler Medien in der Praxis zu legen. Deutschland liege international nur „im hinteren Mittelfeld“ und andere Länder „beschleunigen schneller“, sagte das Vorstandsmitglied des Didacta Verbandes der Bildungswirtschaft, Harald Melcher.

In vier Workshops diskutierten in der Landesvertretung Baden-Württemberg verschiedene Akteure aus dem Bildungssektor über Digitalisierung in der Schule, die digitale Hochschule, informelle Lernorte wie Museen sowie Nutzen und Potenziale digitaler Medien in der Sprachförderung Erwachsener: Was sind die Chancen, wo liegen die Hindernisse? Wie ist der Forschungsstand, was sollten kurz- und mittelfristige Ziele sein? Und was bedeutet all das für die Bildungspolitik?

Die Workshops zeigten, dass die seit Jahren geführte Debatte noch immer am Anfang steht – und vor allem um Hindernisse kreist, von mangelnder Technik über fehlende didaktische Methoden und alleingelassene Lehrkräfte bis zu unzureichender Begleitforschung. Klare Ideen oder gar Vorgaben, wie das Schlagwort Digitalisierung in die Praxis geholt werden kann, fehlen. Aktuell gebe es durch den Bildungsföderalismus statt einer einheitlichen Strategie viele Einzelprojekte in den Ländern, sagte Frank Goldhammer vom Deutschen Institut für Internationale Pädagogische Forschung (DIPF). Andere Stimmen kritisierten, die Themen Inklusion und Integration von Flüchtlingen kämen bisher zu kurz. Zudem werde der Einsatz digitaler Medien im Unterricht zu wenig fachspezifisch gedacht.

Der Artikel von Nadine Emmerich ist in voller Länge in der Novemberausgabe der „E&W“ abgedruckt.

 

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