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Datenreport 2016: Bildung ist entscheidend für Integration

04.05.2016

Mit höherem Bildungsstand haben MigrantInnen bessere Chancen am Arbeitsmarkt, erzielen höhere Einkommen und ihr Armutsrisiko sinkt. Das ist ein Ergebnis des in Berlin vorgestellten Datenreports 2016.

"Deutlich ist der Einfluss der Bildung", heißt es im Datenreport 2016. Je besser MigrantInnen qualifiziert seien, umso seltener seien sie erwerbslos. Noch gibt es jedoch Aufholbedarf: 2014 lag der Anteil der Erwerbslosen in der Bevölkerung mit Migrationshintergrund bei 7 Prozent und somit höher als bei der Bevölkerung ohne Migrationshintergrund (4 Prozent).

Die Bedeutung von Bildung zeigt sich auch beim Einkommen: 2014 verdienten Zugrwanderte mit niedrigem Bildungsabschluss 272 Euro weniger als jene mit mittlerem Abschluss, und diese wiederum 683 Euro weniger als solche mit hohem Abschluss. Bei Menschen ohne Migrationshintergrund betrugen die Unterschiede 311 Euro und 963 Euro.

Die Autoren des Sozialberichts schlussfolgern: "Die Aufgabe der politischen Bildung ist es im Sinne einer beiderseitigen Integration, Angebote für Menschen mit Migrationshintergrund zu liefern und gleichzeitig daran mitzuarbeiten, die in Teilen der Gesellschaft herrschenden Vorurteile abzubauen."

Aus Sicht der GEW bekräftigen die Befunde die Notwendigkeit von Investitionen in den quantitativen und qualitativen Ausbau von Bildung. Ob mit oder ohne Migrationshintergrund: Für alle gilt, dass sich mit höherem Bildungsstand die Chancen am Arbeitsmarkt verbessern, höhere Einkommen erzielt werden und das Armutsrisiko sinkt. Sie machen aber auch deutlich, dass keine Zeit verspielt werden darf. Mit Blick auf die Integration geflüchteter und neu zugewanderter Menschen fordert die GEW: „Bildung kann nicht warten“. Alle Geflüchteten und Asylsuchenden müssten von Anfang an Zugang zu Bildung bekommen, betont die GEW‐Vorsitzende Marlis Tepe.

Der Datenreport wird herausgegeben vom Statistischen Bundesamt (Destatis), der Bundeszentrale für politische Bildung/bpb, dem Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB) und dem Sozio-oekonomischen Panel (SOEP) am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin).

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