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Chancen digitaler Bildung nutzen

27.02.2017 - Frauke Gützkow

Smartboards statt Kreidetafel und mit W-LAN in die nächste Unterrichtseinheit. Die Digitalisierung ist auch in der Schule angekommen. Ein Kommentar von Frauke Gützkow.

Die Digitalisierung rüttelt unser Privat- und Arbeitsleben kräftig durch. Digitale Medien sind nicht nur alltäglich im Einsatz, sondern der Umgang mit ihnen muss erlernt und begleitet werden. Schulen stellen sich auf diesen Wandel ein, denn kaum ein Beruf kommt heute ohne digitale Technik aus. Ein grundlegendes Verständnis digitaler Medien sollte daher auch Bestandteil schulischer und beruflicher Bildung sein. Wichtig ist es, diesen Trend gewerkschaftlich zu begleiten und zu gestalten, damit gute Arbeits- und Lernbedingungen geschaffen werden.

Digitalisierung braucht einen festen Rahmen und Prinzipien, deren Grundlage auf Inklusion, Chancengleichheit und Gerechtigkeit beruht.

 

Auszeiten, statt dauernder Erreichbarkeit, eine Arbeitszeit, die die Bedürfnisse der Arbeitenden berücksichtigt und keine weitere Arbeitsverdichtung sind Forderungen an die digitale Gegenwart und Zukunft. Digitalisierung braucht einen festen Rahmen und Prinzipien, deren Grundlage auf Inklusion, Chancengleichheit und Gerechtigkeit beruht. Um gute Lern- und Arbeitsbedingungen zu schaffen, ist gewerkschaftliche Beteiligung und Mitbestimmung notwendig. Es darf nicht sein, dass Digitalisierung sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse aushöhlt oder gar vernichtet und zu einer Verschärfung sozialer Spaltung führt.

Damit digitale Medien sinnvoll eingesetzt werden können, müssen sich Lehrkräfte vorbereiten und qualifizieren können. Eine medienpädagogischen Grundqualifizierung in der Ausbildung sowie intensive Fortbildung und Freiräume für die Erprobung und Implementierung neuer Unterrichtsformen sind erforderlich. Auch die Schulen sind dafür gut auszustatten. Der Einsatz digitaler Medien bietet jedoch die Chance, Schülerinnen und Schüler zum Lernen zu motivieren und auf die Anforderungen im Erwerbsleben vorzubereiten. 

Die digitale Entwicklung - Arbeit 4.0 -  trifft alle Berufe und Branchen, nicht nur die Arbeitsplätze in der Industrie und Technik sind davon betroffen, sondern gerade auch Arbeitsbereiche in denen viele Frauen arbeiten. In der Bildung, in der Pflege und im Dienstleistungsbereich verändern sich dir Arbeitsbedingungen rasant und führen zu einer größeren Flexibilisierung und steigenden Anforderungen. Umso wichtiger ist es, auch gleichstellungspolitisch für gute und gerechte Arbeitsbedingungen einzutreten.

Der Bedarf an Bildung und Fortbildung nimmt im Zuge höherer und veränderter Qualifikationsanforderungen zu. In Kitas, Schulen und der Kranken- wie der Altenpflege fehlen schon heute Fachkräfte. Es wird Zeit, dass die Arbeit der Zukunft so gestaltet wird, dass sie mehr Geschlechtergerechtigkeit mit sich bringt. Die Aufwertung und bessere Bezahlung in Bildungs- und Pflegeberufen ist überfällig.

Am Equal Pay Day - in diesem Jahr am 18. März – geht es um die Forderung nach Entgeltgleichheit. Die Entgeltlücke zwischen Frauen und Männern beträgt in Deutschland immer noch 21 Prozent. Unterstützt von ihren Gewerkschaften werden Frauen die Chancen der Digitalisierung nutzen, nicht nur für eine gerechte Bezahlung, sondern auch für bessere Entwicklungs- und Karrierechancen.

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