/ Arbeit & Recht
/ Gleichstellung
/ Gender Mainstreaming
Frauen-Newsletter 01/08Mehr Männer in Erziehungsberufe? Dieser Frage sind wir in diesem Newsletter nachgegangen. Männer als Vorbilder im Erziehungs- und Bildungsprozess sind eine wichtige Ressource für die Entwicklung eines Kindes. Doch welche männlichen Vorbilder brauchen wir? Die Reflexion der Geschlechterrollen ist angesagt. Der einfache Slogan „Mehr Männer in Erziehungsberufe“ birgt die Gefahr in sich, dass sich wieder nur die traditionellen Rollenverteilungen reproduzieren (z.B.: Mann führt – Frau kümmert sich um die Beziehungen, Mann vermittelt Wissen – Frau erzieht). Wir brauchen einen kritischen Diskurs, der auch die Frage mit einschließt, wo bleibt die gleichwertige Erziehungsleistung der Väter zu Hause. Oder, wo sind die gleichwertigen Arbeitsplätze für junge Frauen, wenn sie aus der Frauendomäne Erziehungsberufe verdrängt werden?
Dies Debatte ist sicher auch am Internationalen Frauentag am richtigen Platz. Auch das DGB-Motto für den diesjährigen Internationalen Frauentag „Ich bin mehr wert“ passt gut dazu, wenn wir den Durchschnittsverdienst einer Erzieherin von 2100 € Brutto anschauen. Eine Aufwertung dieses Frauenberufs ganz real im Geldbeutel ist in der laufenden Tarifauseinandersetzung und den drohenden Streiks ein zentrales Ziel der GEW. Dass dies automatisch mit mehr Männern in Erziehungsberufen zu erreichen wäre, glaube ich nicht. Hier ist gewerkschaftliche Frauenpower in der Tarifauseinandersetzung angesagt.
Ich wünsche allen einen fruchtbaren Internationalen Frauentag und viel Erfolg in den Debatten und im kommenden Tarifkampf im Sinne von „Frauen sind mehr wert“.
Anne Jenter