Die Redaktion Trickboxx des Ki.Ka von ARD und ZDF erhält von der Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien der GEW (AJuM) für ihre Filmreihe zu Medienberufen den Heinrich-Wolgast-Preis 2011.
Die Begründung der Jury
Das Angebot der Trickboxx zu den Medienberufen ist zielgruppenadäquat. Amüsante Einstiegsgags, ein flotter Moderator, gezielter Wechsel von schneller und gebremster Montage der Filmsequenzen nehmen das Medieninteresse der Zielgruppe gekonnt auf. Das Skript nutzt zudem die Kinder- und Jugendsprache in angenehm moderater Form, sodass Wortwitz und sachliche Information in Balance bleiben. Auf diese Weise gelingt es, Filme zu gestalten, die die Zielgruppe ansprechen ohne sich anzubiedern.
Das Angebot der Trickboxx zu den Medienberufen ist informativ. Bemerkenswert ist bei der Themenauswahl, dass ein Gleichgewicht gesucht wird zwischen eher technischen Informationen und den mehr sozialen Merkmalen von Medienberufen. Jungen und Mädchen erhalten so ein beide Seiten interessierendes Angebot. Da zudem nicht nur Erwachsene zu Wort kommen sondern gerade die jugendlichen Akteure der Ki.Ka-Produktionen im Mittelpunkt stehen, können die Informationen zudem mit konkreter Anschauung verbunden werden. Diese Chance haben nicht alle Anbieter von Informationen zur Berufswelt. Verdienst der Trickboxx-Redaktion ist, dass sie ihre Möglichkeiten auch konsequent nutzen und so einen Medienverbund erzeugen.
Das Angebot der Trickboxx zu den Medienberufen ist unterhaltend. Die Zusammenstellung von Sachinformationen wirkt auf die Zielgruppe nicht immer anziehend. Deshalb sind die Macher der Filme auch dafür zu loben, dass der Spaß nicht zu kurz kommt. Das liegt nicht zuletzt an der Moderation von Juri. Mit seinem Auftreten und seiner Sprache „lebt“ er quasi in den dargestellten Berufsfeldern, ohne dass es aufgesetzt wirkt. Die gleichgewichtige Ausrichtung auf Gags und Informationen lässt zwar die „Belehrung“ scheinbar in den Hintergrund treten. Sie entspricht so dem Bedürfnis der Zielgruppe unterhalten zu werden.
Das Angebot der Trickboxx zu den Medienberufen ist innovativ. Es sind nicht nur die traditionellen Berufe wie Schauspieler und Journalist, die mit den Sendungen der Trickboxx aufgegriffen werden. Mit dem „Synchronsprecher im Radio“ oder dem „Computerspiele-Entwickler“ werden moderne Arbeitsbereiche aufgegriffen. Es gibt folglich kein anderes Angebot für Kinder und Jugendliche, das den Bereich der Medienberufe so breit aufgreift. Einzigartig ist auch, dass es die Redaktion bei den reinen Sachinformationen nicht belässt. Die Darstellung der Tätigkeiten ist bewusst auch ein Teil der Medienbildung des Ki.Ka. Berufe gelten hier quasi als Einstieg, Einblicke in die Machart und Wirkungen von Medien zur erhalten.
Das Angebot der Trickboxx zu den Medienberufen ist nachhaltig. Fernsehen gilt bei Kindern und Jugendlichen als dominierendes Medium. Es hat aber den Nachteil, dass die Eindrücke „flüchtig“ sind. Die Trickboxx-Redaktion versucht dem in zweifacher Hinsicht zu begegnen: Die Filme werden einerseits wiederholt und aktualisiert – was heute auch nicht selbstverständlich ist. Andererseits gibt es auf den Webseiten des der Ki.Ka weiterführende Hinweise. Dieses quasi 2. Bein der Informationsvermittlung ist für die Machart der Filme zentral; es erlaubt erst den gekonnten Spagat zwischen Information und Unterhaltung.
Das Angebot der Trickboxx zu den Medienberufen ist praxisorientiert. Nahezu jeder Film aus der Serie schließt mit einem von Zuschauern gefertigten Trickfilm. Die Technik dazu hat diesem Angebot des Ki.Ka erst den Namen gegeben: die Trickboxx. Was die Jury daran begeistert, war nicht das Angebot allein – das gibt es mehrfach. Einzigartig ist jedoch die mediale Kombination von Information, Praxisangebot und öffentlichem Raum für die Präsentation. Das macht die Filme zu den Medienberufen zu einer runden Sache.