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Wolgast-Preis 2002
Die Begründung der Jury:
Die 14-jährige La Vaughn sucht einen Job, denn sie braucht Geld, Geld, das sie sparen will für ihren Collegebesuch. Bildung ist für sie gleichbedeutend mit dem Ausweg aus dem Leben im Ghetto. Der Job, den sie findet, bietet ihr allerdings alles andere als eine sichere Geldquelle: Die 17-jährige Jolly sucht einen Babysitter für ihre beiden Kinder, damit sie ihren Fabrikjob regelmäßig wahrnehmen kann. Doch nicht immer klappt es in dem chaotischen Haushalt der jungen Alleinerziehenden mit dem Bezahlen des Babysitters. La Vaughn aber hält durch, hält trotz aller Widrigkeiten zu der manchmal auch ablehnenden jungen Frau und schafft es mit ihrer Beharrlichkeit, diese zum Schulbesuch und zur Inanspruchnahme von Sozialhilfe und Kinderbetreuung zu überreden.
Im Rhythmus des Rap erzählt die Autorin konsequent aus der Perspektive der 14-Jährigen. Deren bislang eher abstraktes Ziel, über Schule und College eine attraktive Zukunftsperspektive zu entwickeln, wird durch die Begegnung mit Jolly konkret und gefestigt. Indem sie der sich in einer schwierigen Lage befindenden jungen Mutter Orientierung und Hilfe gibt, bewährt sie sich. Die Verhältnisse werden ohne jede Larmoyanz geschildert. Virgiana E. Wolff zeigt, dass Disziplin und Konsequenz wichtige Voraussetzungen sind, um ein Ziel zu erreichen. Dies gilt nicht nur für Heranwachsende aus schwierigen sozialen Umständen, sondern für jeden Menschen. Sie verzichtet auf der moralischen Zeigefinger und vermittelt ihre Botschaft immanent: La Vaughn erlebt hautnah, wie wichtig Ziele und ein gewisses Maß an Disziplin sind.
Mit diesem Buch stellt die Autorin eine berufstätige alleinerziehende Mutter und ihre Schwierigkeiten in Alltag und Beruf dar, ebenso eine Schülerin, die sich den Collegebesuch durch einen Job finanzieren möchte. Gleichzeitig zeigt sie, welche Bedeutung Bildung als Grundlage eines zufriedenstellenden Berufes hat. Die gelungene literarische Vermittlung einer alle Jugendlichen betreffenden Thematik war für die Entscheidung der Jury ausschlaggebend.
Literaturangabe:
Virginia Euwer Wolff: Wenn dir das Leben eine Zitrone gibt, mach Limonade draus. Aus dem Amerikanischen von Brigitte Jakobeit. München: Carl Hanser 1999