Die Weltbank mit Sitz in Washington ist eine Sonderorganisation der Vereinten Nationen. Sie soll die Armut in der Welt zu bekämpfen und die Lebensbedingungen der Menschen in den Entwicklungsländern verbessern. Die Weltbank ist der wichtigste internationale Geldgeber für Projekte in der Entwicklungszusammenarbeit und beschäftigt mehr als 10.000 Menschen, von denen etwa ein Drittel in den Entwicklungsländern tätig ist. Oberstes Entscheidungsgremium der Weltbankgruppe ist der Gouverneursrat, in den jedes Mitglied einen Gouverneur und einen Stellvertreter entsendet. Bei Abstimmungen hängt das Stimmgewicht eines Landes von der Höhe seiner Beteiligung am Kapital der Bank ab. Die Industrieländer haben dabei ein deutliches Übergewicht. So kommen die USA, Japan, Frankreich, Großbritannien und Deutschland gemeinsam auf einen Stimmenanteil von mehr als 38 Prozent.
Die Weltbank ist in mehr als 1.800 Projekten in nahezu jedem Entwicklungsland und Tätigkeitsfeld aktiv – von der Vergabe von Mikrokrediten über die Förderung von Schulbildung und Gesundheitsprojekten bis zu Wiederaufbauprogrammen nach Naturkatastrophen. Seit die Weltbank 1963 erstmalig damit begonnen hat, auch Kredite und Darlehen für Bildungsprogramme bereitzustellen, ist sie heute weltweit zum größten Geldgeber für Bildung in den Entwicklungsländern geworden. Der Weltbank-Fonds für die ärmsten Länder der Welt, die ‘International Development Association’ (IDA), hat im vergangenen Jahrzehnt mehr als zehn Milliarden $US für Bildungsprogramme bereitgestellt. In über hundert Staaten der Dritten Welt fördert die IDA Programme, die Bildung zum Schwerpunkt haben. Allein im Haushaltsjahr 2009 beliefen sich die Kredite der Weltbank für Bildungsmaßnahmen in Entwicklungsländern auf 1,65 Milliarden $US. Grundlage der Kreditvergabe für Bildung ist die Human-Kapital-Theorie, nach der vor allem die Förderung technischer und beruflicher Qualifikationen von Individuen die Produktivität der Unternehmen und damit auch das wirtschaftliche Wachstum der Gesellschaft steigern soll.
Die Weltbank verfügt über eigene Forschungskapazitäten zu Bildungsfragen, wie sie keine anderen Einrichtungen der westlichen Geberländer oder gar der Entwicklungsländer besitzen. Mit Hilfe dieses wissenschaftlichen Apparats, der sich ganz überwiegend aus Fachleuten der Industrieländer zusammen setzt, und ihrer doppelten Rolle als Kreditgeber und wissenschaftlicher Auftraggeber, nimmt die Weltbank erheblichen Einfluss auf die Bildungspolitik in Ländern, die auf Kredite angewiesen sind. Dabei handelt es sich seit dem Zusammenbruch des realen Sozialismus neben den Entwicklungsländern auch um Staaten in Mittel- und Osteuropa. Die Weltbank ist darüber hinaus verantwortlich für die Verwaltung der finanziellen Mittel aus der so genannten ‚Beschleunigungsinitiative’ (Fast Track Initiative - FTI), die dazu beitragen soll, dass das Millenniumsziel ‚Bildung für alle’ umgesetzt wird und alle Kinder – vor allem Mädchen und benachteiligte Kinder – eine Grundschule besuchen und erfolgreich abschließen können.